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Gesundheitspolitik 30. Jänner 2014

Österreicherin nach Vergewaltigung in Dubai zurück in Wien

Die 29 Jahre alte Wienerin, der nach einer Vergewaltigungsanzeige in Dubai eine Haftstrafe drohte, durfte die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verlassen und ist am Donnerstagbend in Wien gelandet.

Das Außenministerium hatte ein Krisenteam nach Dubai geschickt, dass sich erfolgreich für die Ausreise einsetzte. Abgeholt wurde sie von Außenminister Kurz.

Um 20.40 Uhr landete die Emirates-Maschine mit der Frau, begleitet wurde sie von der Konsularexpertin Elisabeth Ellison-Kramer und dem Leiter des Krisenteams, Generalsekretär Michael Linhart. Die Diplomatin hatte bereits dem Mediziner Eugen Adelsmayr, der in Dubai nicht rechtskräftig wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, zur Ausreise in seine Heimat verholfen.

Die Wienerin wurde nach eigenen Aussagen in der Nacht auf 1. Dezember 2013 in einer Tiefgarage eines Hotels in Dubai von einem Jemeniten vergewaltigt. Zeugen riefen die Polizei. Nach ihrer Anzeige geriet die Studentin selbst ins Visier der Justiz, die wegen Verdachts von außerehelichem Geschlechtsverkehr und Alkoholkonsums ermittelte. Die Frau saß drei Tage in Haft und musste ihren Pass abgeben.

Die Situation der Wienerin gestaltete sich nach Ansicht von Experten brisant, weil die 29-Jährige Muslimin ist und daher mit Härte statt Milde rechnen musste. Denn westliche Bürger werden im Normalfall in den Emiraten "gnädiger" behandelt. Geringer könnte in so einem Fall die Strafe dann ausfallen, wenn die Frau den mutmaßlichen Täter heiratet, sollte dieser nicht wegen Vergewaltigung verurteilt werden.

Am 5. Dezember informierte die 29-Jährige die österreichische Botschaft in den VAE. Seither wurde die Frau betreut, ihr wurde ein Vertrauensanwalt der Botschaft zur Seite gestellt. Im Jänner entsandte das Außenministerium ein Krisenteam nach Dubai. In Gesprächen wurde laut dem Ministerium erreicht, dass die Ausreise der Österreicherin ermöglicht wurde.

"Besonderer Dank und große Anerkennung gilt Generalsekretär Michael Linhart, Sektionsleiterin Elisabeth Tichy-Fisslberger, dem Team der Botschaft vor Ort, das sich von Beginn an mit vollem Einsatz um Hilfe für unsere Österreicherin bemüht hat, und insbesondere der Expertin für Konsularfälle, Elisabeth Ellison-Kramer", so Kurz in einer Stellungnahme am Donnerstagabend. Das Außenministerium verwies auf den ausdrücklichen Wunsch der Wienerin, dass ihre Anonymität weiterhin gewahrt wird.

Erst im Vorjahr sorgte ein ähnlicher Fall einer Norwegerin für Aufsehen. Die 24 Jahre alte Marte Deborah Dalelv war von einem Gericht in Dubai zu 16 Monaten Haft verurteilt worden. Auch sie war nach der Anzeige einer Vergewaltigung wegen Alkoholmissbrauchs und außerehelichem Geschlechtsverkehr inhaftiert worden. Das löste weltweit Empörung aus. Die Frau wurde schließlich "begnadigt", bekam ihren Pass zurück und konnte ausreisen. Auch der mutmaßliche Täter - ein Kollege der Norwegerin - kam frei.

Wie schon im Fall der Norwegerin wurde auch für die Wienerin eine Online-Petition zur ihren Gunsten gestartet. Die Unterzeichner wandten sich darin an Kurz, der sich "persönlich für die umgehende Freilassung" der 29-jährigen Frau einsetzen solle. Mehr als 260.000 Menschen hatten bis Donnerstagabend die Petition des Netzwerkes Avaaz unterzeichnet.

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