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Gesundheitspolitik 21. Jänner 2014

AKH-Ärzte fordern sofortige Rücknahme der Nacht-Journaldienststreichungen

Sonst drohen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Ärzteschaft sowie die Gefährdung der Qualität in der Patientenversorgung
Wien.

Mehr als 300 Ärztinnen und Ärzten forderten heute, Dienstag, im Rahmen einer Kundgebung in der Nähe des AKH die sofortige Rücknahme der schon erfolgten Nacht-Journaldienststreichungen an der Medizinischen Universität Wien/AKH. Zukünftige Personalplanungen dürften zudem nicht willkürlich, sondern ausschließlich auf Basis von exakten Leistungs- und Bedarfsplanungen erfolgen.
Eine entsprechende, per Handschlag akklamierte, Resolution in Form eines offenen Briefs geht unter anderem an den Wissenschaftsminister sowie den Rektor der Medizinischen Universität Wien. Darin wird auch betont, dass zukünftig die Patientenbetreuung mehr im Fokus der Bedarfsplanungen zu stehen habe. Dass das AKH hinsichtlich der Patientenbetreuung noch so funktioniere, wie es das derzeit tut, sei ausschließlich der Verdienst des hohen Engagements der dort tätigen Ärztinnen und Ärzte, "und das trotz mannigfacher Fehlplanungen seitens der Betriebsführung", so der Vorsitzende des Betriebsrats des wissenschaftlichen Personals der MedUni Wien, Thomas Perkmann.

Die Kundgebung wurde vom Betriebsrat gemeinsam mit der Wiener Ärztekammer ausgerichtet. Deren Präsident Thomas Szekeres wies in seiner Ansprache auf die schon jetzt prekäre Situation an den einzelnen Kliniken hin. So gäbe es bereits eine eklatante Mangelversorgung etwa bei der Behandlung von psychiatrischen oder Schmerzpatienten. Darüber hinaus werde an der Orthopädie die Rufbereitschaft für dort tätige Ärztinnen und Ärzte eingeführt. Dies alles bedeute "eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Ärzteschaft und damit verbunden eine Gefährdung der Qualität in der Patientenversorgung".

Besondere Kritik übte Szekeres an der Tatsache, dass zwar einerseits beim Personal gespart werde, andererseits aber genügend Ressourcen vorhanden seien, um Hunderte von Mitarbeitern im Rektorat der MedUni Wien zu beschäftigen und zusätzlich ein Millionenbudget für die Berater des Rektorenteams zu verwenden. Hier würden eindeutig falsche Prioritäten gesetzt. Die Ärztekammer werde jedenfalls auch weiterhin für die Anliegen der betroffenen Kolleginnen und Kollegen im AKH und gemeinsam mit dem Betriebsrat eintreten. "Mit der heutigen Kundgebung ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen", so Szekeres.

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