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Gesundheitspolitik 3. Jänner 2014

MedUni Wien: Klinikchefs formulieren Forderungen

Exekutivkommission des Primarärztekollegiums etabliert - 180 Ärzte fehlen.

Ärztemangel an den Wiener Universitätskliniken: Mit Anfang des Jahres hat das Rektorat der MedUni elf Journal-Nachtdienste gestrichen. Massive Kritik kam am Donnerstag vom Betriebsrat und der Ärztekammer. In die Sache schaltet sich jetzt die neu geschaffene Exekutivkommission des Primarärztekollegiums ein. Es will jetzt mit MedUni Wien, Betriebsrat und AKH die Probleme nachhaltig angehen.

Die Vorgeschichte: Zunächst gab es Mitte Oktober vergangenen Jahres heftige Proteste wegen der Auswirkungen der zwischen dem Betriebsrat des wissenschaftlichen Personals und der MedUni Wien in Person von Rektor Wolfgang Schütz abgeschlossenen Betriebsvereinbarung. Die Ärzte im Journal-Nachtdienst gehen seither nach 25 Stunden aus dem patientenbezogenen Dienst und sollen sich im Nachtdienst eventuell noch der Forschung etc. widmen. Das Ergebnis: Es fehlten jeden Vormittag 173 Ärzte für den Routinebetrieb mit den Ambulanzen.

Die nächste Stufe der Auseinandersetzungen: Nach einem vor zwei Jahren nicht gelungenem Versuch, 24 dieser Journal-Nachtdienste zu streichen, startete der Rektor mit Anfang des Jahres einen neuerlichen Anlauf: Entfall von elf Nachtdiensten, dafür das Versprechen der Aufnahme von 22 Ärzten zusätzlich. Bei Wegfall der elf Nachtdienste würden diese Mediziner ja auch am Tag zur Verfügung stehen. Dagegen wehrt sich derzeit der Betriebsrat vehement. Die Wiener Ärztekammer sprach am Donnerstag von "Hohn". Weniger Ärzte könnten keine Verbesserung der Patientenversorgung darstellen.

Doch es gibt noch eine weitere, bestimmende Gruppe von Funktionsträgern, die sich zu der Misere zu Wort meldet. Die Primarärzte am AKH – die Organisationseinheits- und Abteilungsleiter – wollen jedenfalls endlich eine koordinierte Planung der MedUni Wien, von Betriebsrat, Rektorat und AKH. "Die unterzeichnenden Organisationseinheitsleiter und Abteilungsleiter finden es sehr bedauernswert, dass sie in die Ausarbeitung der neuen Betriebsvereinbarung nicht eingebunden wurden", liest man in einem Schreiben des Primarärztekollegiums vom 19. Dezember vergangenen Jahres an Rektor Schütz, das jetzt der APA zuging.

Weiters, man könne die Konsequenzen der Betriebsvereinbarung nicht wirklich schultern: „Für die sich aus dieser Tatsache ergebenden massiven Organisationsdefizite in Klinik, Forschung und Lehre an der MedUni wird jede Verantwortung zurückgewiesen.“

Der Grund liege nämlich genau in den Konsequenzen der Vereinbarung, die sich auf alle Ebenen des Wissenschafts- und Spitalbetriebes auswirke. Die führenden Kliniker am AKH, allesamt Spitzenangestellte der MedUni Wien: „Letztere (Organisationsdefizite; Anm.) sind in erster Linie durch den Fehlbestand von 180 ärztlichen Kollegen und Kolleginnen während des Routinezeitraumes verursacht, und inkludieren ein beträchtliches Missverhältnis des verbleibenden ärztlichen Personals in Bezug auf die angeforderten Leistungen (...).“

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