zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 12. Dezember 2013

Gemeinsam gegen Krebs

Erster Jahreskongress des Dachverbands der onkologisch tätigen Fachgesellschaften Österreichs.

Spezialisten der Fachgesellschaften aller onkologischen Disziplinen gaben vom 29. bis 30. November in der Wiener Hofburg einen Überblick über den derzeitigen Stand der Krebsbehandlung in ihrem Fachgebiet - vor allem unter dem Gesichtspunkt der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Tumore gehören zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen. Sie sind jedoch in vielen Fällen kein unabwendbares „Schicksal“, sondern durch vernünftige Präventionsmaßnahmen – Früherkennung, gesunder Lebensstil, Impfung – zu verhindern. Bei bereits Erkrankten gewährleistet die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Tumorboards, wie sie bereits als Standard in onkologischen Zentren gesetzlich vorgegeben ist, eine optimierte Diagnose und Therapie.

„Eine wesentliche Säule der Früherkennung sind gezielte Vorsorgeuntersuchungen“, betonte Prof. Dr. Paul Sevelda, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Hietzing, Wien und Präsident der Österreichischen Krebshilfe. So wird die Kolonoskopie ab dem 50. Lebensjahr in Abständen von sieben bis zehn Jahren empfohlen. Der Blutstuhltest sollte einmal jährlich ab dem 40. Lebensjahr erfolgen.

Das Österreichische Mammografie-Screeningprogramm zur Früherkennung von Brustkrebs soll mit erstem Quartal 2014 starten. Frauen zwischen dem 45. und 69. Lebensjahr werden in zweijährigen Abständen zur Untersuchung schriftlich eingeladen. Darüber hinaus können sich Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie zwischen 70 und 74 Jahren freiwillig in dieses Programm unter der Hotline 0800/500 181 (Montag-Freitag 8-18 Uhr) hineinreklamieren. Bei Frauen mit dichtem Drüsengewebe oder Auffälligkeiten wird ergänzend eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Der Krebsabstrich für Frauen sollte ab Aufnahme der sexuellen Aktivität bzw. ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden.

HPV-Impfung bald gratis

Eine weitere wichtige Präventionsmaßnahme ist die Impfung gegen Infektionen mit Humanem Papilloma Virus (HPV) zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bzw. auch andere durch HP-Viren verursachte Krebserkrankungen. Ab Februar 2014 wird diese Impfung flächendeckend und kostenfrei für Buben und Mädchen der vierten Schulstufe im Rahmen eines Schulimpfprogrammes zur Verfügung gestellt. Generell ist die Impfung für das männliche Geschlecht bis zum 26. Lebensjahr und für das weibliche Geschlecht bis zum 45. Lebensjahr zugelassen.

Gesunder Lebensstil

„Krebs lässt sich in vielen Fällen durch einen gesunden Lebensstil vermeiden“, erklärte Prof. Mag. Dr. Karl-Heinz Wagner, stv. Leiter des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Dazu gehört v.a. die lebenslange Beibehaltung eines normalen Körpergewichts (Body-Mass-Index 21-25). Weiters wird vom World Cancer Research Fund regelmäßige Bewegung (mindestens 30 Minuten pro Tag) empfohlen. Besonders wichtig sind eine pflanzenbetonte Ernährung und die Reduktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft sowie des Salzkonsums. Darüber hinaus sollten sowohl Aktiv- als auch Passivrauchen vermieden und der Alkoholkonsum minimiert werden.

Interdisziplinäre Tumorboards

„Der Dachverband onkologischer Fachgesellschaften Österreichs (DONKO) wurde vor drei Jahren mit dem Hauptziel gegründet, die gleichberechtigte Kooperation und Kommunikation aller beteiligten Fachdisziplinen zu forcieren“, berichtete Prof. DI Dr. Peter Lukas, Präsident des Dachverbandes onkologisch tätiger Fachgesellschaften Österreichs (DONKO), Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie. Als wesentliches Element werden derzeit Tumorboards etabliert, das sind gesetzmäßig vorgesehene Plattformen, in denen die Behandlungsplanung bei bösartigen Erkrankungen festgelegt wird. Eine aktuelle Studie belegt, dass Patienten, die im Rahmen von Tumorboards betreut werden, signifikante Überlebensvorteile haben.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben