zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 27. November 2013

Aktuelle Debatte - Schutz vor dem Zigarettenqualm

Ärztekammer fordert allgemeines Rauchverbot.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) unterstützt die zuletzt durch einzelne Bundesländer erhobene Forderung nach einem allgemeinen Rauchverbot in der Gastronomie. Das betonte der Leiter des ÖÄK-Referats für Sozial- und Vorsorgemedizin, Gert Wiegele, in einer Aussendung.

Der in Österreich gewählte Weg getrennter Bereiche sei nicht ausreichend wirksam, weshalb ein durchgehender Raucherschutz in der Gastronomie dringend geboten sei. Neben der generellen gesundheitspolitischen Präventionsnotwendigkeit seien dafür auch Überlegungen des Arbeitnehmerschutzes ausschlaggebend, argumentierte der Ärztepräsident. Wiegele: "Wichtig ist, für die Beschäftigten in den Gaststätten ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das die Gesundheit nicht beeinträchtigt und die Arbeitnehmer nicht permanent zum Passivrauchen zwingt."

Im Hinblick auf die in den Nichtraucherschutz getätigten Investitionen müsse sich die Politik mittelfristig steuerliche Lösungen einfallen lassen, um die Gastronomie für eine "unzureichende und halbherzige Präventionsstrategie schadlos zu halten".

Weder Fisch noch Fleisch

Die bisherige Regelung sei weder Fisch noch Fleisch, getrennte Bereiche böten keinen ausreichenden Schutz. Wiegele: "Wir wissen, dass die Feinstaubbelastung in abgetrennten Nichtraucherbereichen etwa halb so hoch ist wie in den Raucherbereichen. Gesundheitsschutz sieht anders aus." Die einzig gangbare Lösung sei daher ein striktes Rauchverbot, wie es in anderen europäischen Ländern schon lange umgesetzt sei.

Zusätzlich müsse die Prävention forciert werden, forderte Wiegele: "Der jüngste OECD-Bericht müsste eigentlich sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Über ein Viertel der 15-jährigen Burschen und Mädchen rauchen regelmäßig. Österreich hält hier seit Jahren einen traurigen Rekord und liegt an der Spitze der EU-Staaten." Alarmierend sei auch das sinkende Einstiegsalter junger Raucher, das bei etwa elf Jahren liege. Mehr Aufklärung und Prävention, aber auch vorbildhaftes Verhalten seitens der Erwachsenen und ein Rauchverbot im öffentlichen Raum seien unabdinglich. "Die Politik muss endlich ein klares Bekenntnis zum Nichtraucherschutz abgeben", sagte der Leiter des Vorsorge-Referats in der Österreichischen Ärztekammer abschließend.

 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben