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Einer der Hauptverursacher der Feinstaubbelastung ist der Verkehr.
 
Gesundheitspolitik 23. November 2013

Luftqualität ist und bleibt wichtiger Gesundheitsfaktor

WHO-Erkenntnisse untermauern Handlungsbedarf in Europa.

Die Weltgesundheitsorganisation hat den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Einfluss der Luftqualität auf die Gesundheit im Auftrag der EU-Kommission einer neuen, umfassenden Bewertung unterzogen. Diese Bewertung ist die Basis für eine Neuausrichtung der Luftreinhaltepolitik in Europa.

Fragt man die Europäer, zählt die Luftqualität zu den Umweltproblemen, über die sie sich große Sorgen machen. Zu Recht – nach wie vor werden der Luftqualität die meisten Todesfälle, die auf ein Umweltproblem zurückgehen, angerechnet. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern steht Österreich in Sachen Luftreinhaltung gut da. In den letzten Jahrzehnten wurden bei einigen Schadstoffen, wie beispielsweise Schwefeldioxid oder bei Schwermetallen wie Blei und auch beim Sorgenkind Feinstaub durch Maßnahmenprogramme deutliche Erfolge erzielt, trotzdem bleibt noch einiges zu tun. „Feinstaub ist und bleibt ein wichtiger Faktor für die Gesundheit der Österreicherinnen und Österreicher,“ erklärt Jürgen Schneider, Leiter des Bereichs Wirtschaft & Wirkung im Umweltbundesamt.

Einfluss auf Lebenserwartung

Dass die Schadstoffkonzentrationen in der Luft in Europa gesundheitsgefährdend sind, untermauern einmal mehr auch die Erkenntnisse aktueller Studien der World Health Organisation (WHO), die als Basis für die Überarbeitung der europäischen Luftreinhaltepolitik erstellt wurden. Den Ergebnissen zufolge sind gesundheitliche Auswirkungen insbesondere bei Feinstaub bereits bei deutlich niedrigeren Konzentrationen zu erwarten als bisher angenommen. Was die Lebenserwartung der Europäerinnen und Europäer betrifft, wird diese auch im Jahr 2025 durch die Luftqualität noch um durchschnittlich 5,3 Monate verringert werden, wenn sich die Konzentrationen nicht ändern – so eine der Aussagen der WHO. Im Vergleich zu 2005 ist das allerdings ein Gewinn von drei Monaten Lebenszeit – durch die Maßnahmen, die seither europaweit im Kampf gegen Luftverschmutzung gesetzt wurden.

Feinstaub in Österreich

Im aktuellen Jahresbericht Luftgütemessungen in Österreich zeigt das Umweltbundesamt, dass es im Jahr 2012 wie auch in den letzten Jahren regional zu Überschreitungen der Feinstaub-Grenzwerte gekommen ist. Insbesondere Graz, einige steirische Gemeinden oder Wien zählen zu den Orten, in denen häufig hohe Feinstaubkonzentrationen gemessen wurden. „Nehmen wir allerdings die Richtwerte der WHO als Messlatte, sieht das Bild völlig anders aus und wir müssen feststellen, dass nur wenige Gebiete in Österreich diesem Standard entsprechen,“ erklärt Schneider. Die zentrale Lage in der Mitte Europas führt dazu, dass Österreich gerade bei der Feinstaubbelastung durch den Ferntransport besonders betroffen ist.

Aber auch in Österreich selbst sind die Verursacher zu finden. Dazu zählen insbesondere Verkehr, Hausbrand und Industrie. „Wirksame Maßnahmen, um die Feinstaubkonzentrationen zu reduzieren, sind Tempolimits und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, der Austausch alter Einzelöfen und effizientere Technologien in der Industrie,“ so Schneider.

Jahr der Luft 2013 – Entwicklungen auf europäischer Ebene

Läuft alles nach Plan, wird die Europäische Kommission noch bis Ende 2013, dem Jahr der Luft, neue Vorschläge für die europäische Luftreinhaltepolitik vorlegen.

Weitere Informationen:

www.umweltbundesamt.at

Quelle: Hintergrundgespräch: „Saubere Luft? Aktuelle Erkenntnisse der WHO, neue Entwicklungen auf europäischer Ebene und Bedeutung für Österreich.“ 7. November 2013, Wien

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