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Gesundheitspolitik 22. November 2013

Vertrauensärzte der Schüler

Im Bereich Prävention geht viel Potenzial verloren.

Österreichs Schulärztinnen und -ärzte würden gerne eine aktivere Rolle als „kompetente Gesundheitskoordinatoren“ an den heimischen Ausbildungsstätten spielen, sagt Ärztekammer-Schulärztereferentin Dr. Gudrun Weber im Ärzte-Woche-Exklusivinterview, wenn man ihnen auch die Chance dazu geben würde.

Schulärzte hätten die Chance, über einen längeren Zeitraum ein Vertrauensverhältnis zu ihren Schülern aufzubauen. Sie könnten individuelle Probleme und Risikofaktoren frühzeitig erkennen und entsprechend wirksam gegensteuern. Darin würde letztendlich großes Potenzial für die Verbesserung der „Volksgesundheit“ liegen. Ein schöner Gedanke eigentlich in Zeiten, in welchen der Gesundheitsförderung und Prävention endlich – zumindest einmal strategisch – jener Stellenwert zuerkannt werden soll, der ihnen zusteht. Und ein wichtiger Gedanke dazu, wenn man bedenkt, dass der Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen – im internationalen Vergleich – in manchen Bereichen durchaus besorgniserregend ist. Das Problem des Gedankens ist allerdings sein Konjunktiv. Eine wesentliche Voraussetzung, um das Potenzial im Schulalltag auch tatsächlich nutzen zu können, wäre nämlich die Bereitstellung entsprechender Ressourcen. Die Politik müsse endlich erkennen, formuliert es Dr. Gudrun Weber im Gespräch mit Ärzte-Woche-Redakteur Volkmar Weilguni, dass „es einen Wert hat, einen fachlich kompetenten Arzt als Gesundheitskoordinator in der Schule sitzen zu haben“. Während Kollegen in den Bundesschulen diesem Idealbild aufgrund von Sonderverträgen inklusive zusätzlicher Betreuungszeit an den Schulen zumindest näherkommen, sind die Möglichkeiten und Spielräume in den Pflichtschulen nur marginal vorhanden. Webers Minimalforderung daher: eine Anpassung der schulärztlichen Versorgung in den Pflichtschulen an den Bundesschulbereich.

Lesen Sie dazu das Interview mit Dr. Gudrun Weber: Niemand will unsere Daten!

Weilguni V., Ärzte Woche 47/2013

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