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Gesundheitspolitik 13. November 2013

Gesundheitskosten: Ungleiche Verteilung

Im Jahr 2030 müssen in der Schweiz 20 Milliarden von Jung zu Alt umgelagert werden.

Die alternde Gesellschaft ist nicht nur für die Altersvorsorge eine Knacknuss, sondern auch für die Krankenversicherungen. Die Umverteilung und Generationengerechtigkeit wird auch hier zum Thema, denn bis 2030 könnte die Umverteilung von Jung zu Alt auf bis 20 Milliarden Franken zunehmen.

Im Jahr 2010 bezahlte die junge Generation noch sechs Milliarden Franken an die Gesundheitskosten der Alten, wie aus einer Studie des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen hervorgeht, welche am Dienstag veröffentlicht wurde.

"Der demografische Wandel und das Kostenwachstum im Gesundheitsbereich führen zu einer Verschiebung der Kostenbelastung zum Nachteil der jungen Menschen in der Schweiz", hält Martin Eling, Autor der Studie, fest. Er erwartet "deutliche Prämiensteigerungen in den kommenden Jahren".

Gemäss seinen Berechnungen erklärt das allgemeine Kostenwachstum von vier Prozent pro Jahr 80 Prozent der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. Die demografische Alterung erklärt weitere 20 Prozent.

Acht Wege

Doch statt nur Alarm zu schlagen, legt Eling acht mögliche Massnahmen vor, damit die "heutige Gesellschaft mögliche Lösungsansätze" entwickeln und diskutieren kann. Sie reichen von der Abschaffung der Generationensolidarität über die Einführung einer Kopfprämie pro Kanton und Versicherer bis hin zur Einführung einer obligatorischen Pflegeversicherung.

Die "risikogerechten Prämien" wertet Eling als "politisch nicht durchsetzbar und unerwünscht". Hingegen sieht er Potenzial in der Einführung neuer Prämienstufen für 19- bis 25-jährige und 26- bis 35-jährige, um junge Familien zu entlasten. Heute gelten die Prämien für Erwachsene für alle über 26 Jahren. Generell sollten gemäss Eling die Prämienrabatte effizienter ausgestaltet werden.

Eine obligatorische Pflegeversicherung ab beispielsweise 50 Jahren könnte ein "alternativer Baustein zur Beeinflussung der Generationensolidarität" sein, hält der Studienautor fest.

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