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Gesundheitspolitik 31. Oktober 2013

Spitäler - Anteil der tagesklinischen Operationen steigt

Statistik Austria: Entlassungszahlen stagnieren seit vier Jahren.

Die Zahl der Spitalsentlassungen stagniert in Österreich seit vier Jahren, und chirurgische Eingriffe werden vermehrt in tagesklinischer Form durchgeführt. In den vergangenen zehn Jahren stieg ihr Anteil an allen Operationen von 5,8 auf 14,5 Prozent, geht aus der am Donnerstag von der Statistik Austria veröffentlichten Spitalsentlassungsstatistik für das Jahr 2012 hervor.

Insgesamt gab es im Vorjahr 2,813.756 Spitalsentlassungen, das sind um 3.910 (+0,1 Prozent) mehr als 2011. Seit nunmehr bereits vier Jahren stagniert die Zahl, während vor 2009 die jährlichen Zuwachsraten zwischen einem und vier Prozent lagen. Dennoch war im Jahr 2012 die Zahl der Spitalsentlassungen insgesamt um 13,4 Prozent höher als jene von 2002.

Im Akutbereich reduzierte sich - bezogen auf die Gesamtbevölkerung - die Zahl der Aufenthaltstage pro Kopf zwischen 2002 und 2012 von 1,8 auf 1,6 Tage (-10,7 Prozent), und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Spitalspatienten sank von 7,3 auf 6,5 Tage ( 11,0 Prozent). Dies steht laut Statistik Austria im Zusammenhang mit der zugleich stark gestiegenen Zahl der tagesklinischen Aufenthalte (+54,4 Prozent).

2012 fanden bereits 19 Prozent aller Entlassungen im tagesklinischen Setting statt (2002: 14 Prozent). Der Anteil der tagesklinischen chirurgischen Eingriffe an allen Operationen nahm von 2002 bis 2012 von 5,8 Prozent auf 14,5 Prozent zu. Im internationalen Vergleich sei dieser Anteil aber dennoch gering, hieß es.

Mehr als jede zweite Katarakt-OP in der Tagesklinik

Immerhin wurden im Vorjahr bereits 56,8 Prozent der Kataraktoperationen ("Grauer Star") tagesklinisch durchgeführt (Zielwert des Bundes-Zielsteuerungsvertrages Gesundheit: 90 Prozent), 2002 waren es lediglich 1,5 Prozent. Auch Gebärmutter-Ausschabungen (34,3 Prozent; Zielwert: 70 Prozent) und Karpaltunnel-Operationen am Handgelenk (43,7 Prozent; Zielwert: 90 Prozent) wurden häufig und mit steigender Tendenz tagesklinisch umgesetzt, wenn auch noch deutlich vom Zielwert entfernt. Geringe Veränderungen des tagesklinischen Anteils verzeichneten hingegen Leistenbruchoperationen und Mandelentfernungen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 in den österreichischen Krankenanstalten 4,7 Mio. abrechnungsrelevante medizinische Leistungen dokumentiert, darunter 1,2 Mio. operative und 3,5 Mio. diagnostisch-therapeutische Leistungen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die operativen Leistungen ein leichtes Minus (-0,4 Prozent; seit 2009: +2,9 Prozent), die diagnostisch-therapeutischen Leistungen ein Plus von 3,3 Prozent (seit 2009: +7,8 Prozent). Der häufigste Eingriff war im Jahr 2012 die Kataraktoperation (92.971), gefolgt von Operationen der Haut (60.792), vaginale Entbindungen (49.396), Operationen des Kniegelenks (43.841) sowie Curettagen der Gebärmutter (38.103).

Die Ausgaben für die stationäre Versorgung einschließlich der stationären Langzeitversorgung machten laut den von Statistik Austria berechneten Werten des OECD-System of Health Accounts im Jahr 2011 40,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Die Ausgaben für den stationären Bereich stiegen von 2001 bis 2011 um 50 Prozent von 8,5 Mrd. auf 13,1 Mrd. Euro bzw. von einem BIP-Anteil von 4,0 auf 4,4 Prozent. Mehr als die Hälfte der Ausgaben der Krankenanstalten waren Personalkosten. Von 2002 bis 2012 stieg die Zahl des ärztlichen Personals in den Krankenanstalten um 28,0 Prozent, die des nichtärztlichen Personals um 19,2 Prozent.

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