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Gesundheitspolitik 28. Oktober 2013

Arbeitsbedingungen und Entlohnung von Jungmedizinern

Die Entlohnung von jungen Medizinern ist zu niedrig.

 Über die Problematik der Gehaltsschere im österreichischen Gesundheitswesen wurde bereits viel berichtet und viel Besserung versprochen, jedoch lassen die Veränderungen nach wie vor auf sich warten. Dabei wäre ein angemessenes Gehaltsschema für Jungmediziner das Mindeste, um der zunehmenden ÄrztInnenflucht und unserem immanenten ÄrztInnenmangel entgegenzuwirken. Abzuwarten, neue Fakultäten zu schaffen und das KPJ auf Österreich zu beschränken wird dieses Problem aus unserer Sicht jedoch nicht zufriedenstellend lösen können.

In Innsbruck werden, wie jüngst den Medien zu entnehmen war, die niedrigsten Ärztelöhne Österreichs an JungmedizinerInnen ausbezahlt - allen voran am LKI. Man darf sich also nicht wundern, dass der Großteil der AbsolventInnen der Medizinischen Universität Innsbruck und jungen MedizinerInnen keine Absichten hegt, ihren Beruf am heimischen Standort auszuüben, wo neben den zum Teil massiv unterbesetzten Kliniken, den ohnehin langen Arbeitszeiten, obendrein eine indiskutable Entlohnung droht. Letztere liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller vergleichbaren Kliniken im näheren deutschsprachigen Raum und steht in keinem Verhältnis zu der langjährigen Ausbildung, der enormen beruflichen Belastung, dem erheblichen administrativen Arbeitsaufwand und der Verantwortung der ÄrztInnen gegenüber PatientInnen.

Folge davon wird sein, dass vor allem die jungen ÄrztInnen schon in der Krankenversorgung an ihre Grenzen stoßen und die beiden anderen Säulen einer Universität, Forschung und vor allem die Lehre ins Hintertreffen geraten. Praktika werden teilweise jetzt schon ohne großen Elan abgehalten, zum Teil werden StudentInnen einfach wieder nach Hause geschickt, weil die personellen Ressourcen fehlen. Wie aber sollen in Tirol gute Ärzte ausgebildet werden, wenn die Lehrenden durch schlechte Gehaltspolitik demotiviert werden und schlussendlich abwandern?

An den schwer nachbesetzbaren Facharztstellen des LKI und deren Mitarbeiterfluktuationen kann man erahnen, dass die aktuelle Gehaltssituation kombiniert mit den Arbeitszeiten ein wesentliches Hindernis für die Zuwanderung von FachärztInnen darstellt und den ÄrztInnenmangel verschärft.

Die Politik muss endlich erkennen, dass der Standort Tirol nicht nur mit österreichischen Krankenanstalten, sondern global, vor allem aber mit dem europäischen Ausland konkurriert. Eine derart unbefriedigende Gehaltspolitik darf nicht länger weitergeführt werden, denn sie fördert nur das Nachwuchsproblem und vermindert die medizinische Qualität in ganz Tirol, was sich langfristig auf die Gesundheitsversorgung niederschlagen und fatale Folgen für die Bevölkerung haben könnte.

Wir fordern daher die zuständige Landespolitik, die Krankenanstaltsbetreiber und auch den Bund auf, endlich eine angemessene Entlohnung aller ÄrztInnen, insbesondere der jungen SpitalsärztInnen, zu bieten, damit der Standort Innsbruck wettbewerbsfähig bleiben kann und eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung der Tiroler Bevölkerung langfristig gewährleistet bleibt.

HochschülerInnenschaft an der MedUni Innsbruck, springermedizin.at

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