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Gesundheitspolitik 15. Oktober 2013

Bestnote für österreichisches Gesundheitssystem

Das Marktforschungsinstitut CSA hat im Auftrag der zur Generali Gruppe gehörenden Europ Assistance 5.000 Personen in neun Ländern verglichen.

In Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Schweden, Polen, Spanien, USA und Österreich wurden im Zeitraum von Mai bis Juni 2013 Personen zu den verschiedenen Themen befragt und die Ergebnisse verglichen.

"Das österreichische Gesundheitssystem zählt weltweit zu den besten", so Jean-Francois Diet, CEO von Europ Assistance Österreich, über die Ergebnisse der siebenten Ausgabe des Europ Assistance Health & Society Barometers. Und weiter: "Denn nur so erklärt sich, dass die Österreicher das vierte Jahr in Folge nicht nur dem Gesundheitsbereich, sondern auch dem Pflegebereich Bestnoten geben. Die Studie zeigt auch, dass die Bevölkerung immer bewusster mit dem Thema Gesundheit umgeht und neuen Technologien zunehmend offen gegenübersteht."

Spitzenplatz für österreichisches Gesundheitssystem 

Spitzenplatz erlangt das österreichische Gesundheitswesen mit 6,3 von 10 möglichen Punkten. Aber auch die österreichische Ärzteschaft (6,5 von 10) und die kurzen Wartezeiten finden Beachtung. Im Vergleich dazu vergeben die Polen für ihr eigenes Gesundheitssystem magere 2,8 Punkte. Zufrieden zeigen sich auch die Engländer (5,2 Punkte) und die Franzosen (5,1 Punkte). Rückläufig ist die Zufriedenheit der spanischen Bürger: 4,8 Punkte im Jahr 2013 gegenüber 5,1 im Jahr 2012 und 5,4 im Jahr 2011. Den Ausschlag dürften die einschneidenden Einsparungen auf Grund der Wirtschaftskrise geben. Wie die Europäer über ihre jeweiligen Gesundheitssysteme denken blieb dennoch in den letzten Jahren relativ stabil und somit auch die durchschnittliche Punktezahl in Höhe von 4,7. Hingegen hat sich die Meinung der Amerikaner zu ihrem eigenen Gesundheitssystem erheblich verschlechtert (4,5 im Jahr 2013 gegenüber 5 im Jahr 2012).

Gleicher Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten

Weniger als die Hälfte der Europäer (44%) und Amerikaner (41%) sind der Ansicht, dass ihr Gesundheitssystem allen Bürgern den gleichen Zugang für medizinische Behandlungen gewährleistet. Vor allem die Italiener fühlen sich hier nicht fair behandelt, denn 72 Prozent sind der Meinung, dass kein gleichberechtigter Zugang existiert. In Österreich teilen immerhin 52 Prozent diese Einstellung, in Spanien hingegen nur 33%.

Einsparungen bei Behandlungen krisenbedingt weiter hoch

Während 23 Prozent der Amerikaner behaupten, sie hätten medizinische Behandlungen für sich selbst oder ein Mitglied ihres Haushalts aus finanziellen Gründen abgebrochen oder verschoben findet man in einige europäische Länder sogar noch höhere Zahlen: In Polen geben 39 Prozent der Befragten, in Frankreich 33 Prozent, in Deutschland 24 Prozent und in Österreich lediglich elf Prozent an, Behandlung aus finanziellen Gründen aufzuschieben. Dabei stehen vor allem Zahnbehandlungen (25%), eine neue Brille oder Kontaktlinsen (17%) , Routine-Behandlungen (12%) und der Kauf von Medikamenten ( 7%) im Vordergrund.

Finanzierung

In der Studie wurden die Bürger auch gefragt, wie die Finanzierung der explodierenden Gesundheitskosten zukünftig gedeckt werden soll. Während man in Italien (51%) und USA (42%) eher bereit ist, einen höheren Selbstbehalt zu leisten, stößt dieses Finanzierungsmodell in Schweden (16%) und Österreich (31%) nicht auf viel Zustimmung. Dafür würden die Schweden (69%) und Engländer (50%) lieber über Steuererhöhungen das Gesundheistsystem finanzieren. 39 Prozent der Österreicher, was einen Spitzenwert darstellt, präferieren hingegen private Zusatzversicherungen.

Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen finden in allen befragten Ländern eine hohe Akzeptanz. Dennoch zeigen sich kulturelle Unterschiede. Während 94 Prozent der Amerikaner regelmäßig zum Arzt gehen, ermutigt sich in Italien nur jeder Zweite dazu. In Österreich pendelt die Zahl zwischen 75 Prozent (2011) und 72 Prozent (2013). "Der Schwerpunkt sollte auch in Zukunft in der Verhinderung von Erkrankungen gelegt werden, weshalb ich mir vor allem in der Prävention mehr Aufklärung und positive Anreize wünsche. Um dem Bürger hier entgegenzukommen und die Hemmschwelle zu senken, bietet Europ Assistance erfolgreich verschiedene Ansätze im betrieblichen und privatem Gesundheitsmanagement", so Jean-Francois Diet.

Pflege: Österreich top - viele Länder flop

Die Europäer haben ein negatives Bild von der Organisation und der Qualität der Pflege für ältere und pflegebedürftige Menschen. So vergeben sie nur eine durchschnittliche Punktzahl von 3,7, was einem Rückgang von 0,3 Punkten entspricht. Im Vergleich hierzu die Amerikaner: 4,9 (plus 0,1). Das beste Ergebnis liefert wiederum Österreich (5,7) und das schlechteste Italien (2,2). Unser Nachbar Deutschland liegt mit 4,1 im Mittelfeld. Bei der Versorgung von pflegebedürftigen Personen sieht es in Österreich sogar noch besser aus, denn 31 Prozent der Befragten sagen diese sei hervorragend. Sind es in den USA immerhin noch 24 Prozent, liegt an dritter Stelle schon England, wo aber nur mehr zehn Prozent eine gute Note vergeben. In Italien und Polen sind es überhaupt nur zwei Prozent. Diese negative Sicht geht Hand in Hand mit dem wachsenden Wunsch finanzielle Anreize für die häusliche Pflege zu schaffen. Mehr als drei Viertel der Europäer (78%) und 86 % der Amerikaner sehen hier die Politik gefordert etwas zu tun.

Neue Technologien

Die öffentliche Meinung scheint zunehmend unvoreingenommen neuen Technologien im Bereich der Gesundheitsversorgung gegenüberzustehen. So kann in den meisten Ländern ein Anstieg in der Einholung von Gesundheitsinformationen im Internet nachgewiesen werden. 75 Prozent der Amerikaner informieren sich schon regelmäßig im Internet über gesundheitliche Belange, sogar 83 Prozent der Schweden und in Österreich immerhin schon 60 Prozent. Eine deutliche Mehrheit der Europäer (68%) und Amerikaner (74%) kann sich eine kontinuierliche medizinische Fernüberwachung wie die tägliche Aufnahme von Medikamenten, die Messung von Blutzucker, Blutdruck und Herzfrequenz über Handy oder Armband vorstellen. Eine ärztliche Rücksprache über Webcam-Verbindung kommt hingegen weniger gut an. Nur 15 Prozent der Österreicher würden so einen Arzt konsultieren. In Schweden hat sich auf Grund der geographischen Gegebenheiten dieses System schon etabliert. So sind 62 Prozent der Befragten dieser Art der Telemedizin aufgeschlossen.

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