zur Navigation zum Inhalt
© Christos Georghiou/fotolia.com
Die FDA will die Vermarktung von Gesundheits-Apps strenger kontrollieren.
 
Gesundheitspolitik 7. Oktober 2013

US-Regierung will App-Flut regulieren

Als medizinische Untersuchungsgeräte eingesetzt, müssen deren Nutzen und das korrekte Funktionieren nachgewiesen werden.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA will den wuchernden Markt mit Gesundheits-Apps in den Vereinigten Staaten künftig verstärkt regulieren. Der Staat will neue Applikationen, die Funktionen von medizinischen Instrumenten nachahmen, verbieten.

Bereits im Jahr 2011 hat die FDA (http://www.fda.gov) vorgeschlagen, den Markt der Gesundheits-Apps zu regulieren. Vor allem sind der FDA jene Programme, die medizinische Untersuchungsgeräte simulieren, unliebsam. In ihrer Erklärung schreibt die US-Regierung (http://1. usa.gov/19tupcV), dass Programme, die das Smartphone zum EKG machen, eine erhebliche Gefahr für das Wohl der Anwender darstellen könnten. „Einige Apps beherbergen nur ein geringes Risiko für Patienten, aber können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen, wenn sie nicht richtig funktionieren“, kritisiert Jeffrey Shuren, Radiologe im Dienste der FDA. Falsch angewandt seien selbst Apps, die eigentlich von Nutzen sind, schädlich.

Bereits schon 60 Verbote ausgesprochen

Insgesamt hat die FDA 40 Apps in den vergangenen beiden Jahren vom Markt genommen. Die Zahl der Verbote steigt auch mit der Anzahl der Neuerscheinungen. Denn von 2004 bis 2011 wurden insgesamt 60 Verbote von offizieller Stelle ausgesprochen. Gegenwärtig stehen rund 100.000 Gesundheits-Programme in Apps-Stores zum Download zur Verfügung.

Die Regulierung des Verkaufs und der Benutzung von Smartphones, Tablets und anderen digitalen Neuerungen hat sich die FDA hingegen nicht auf die Fahnen geschrieben. Vor allem Wellness-Apps oder Programme, die beim Training motivieren sollen, sollen auch künftig legal bleiben. Wer in Zukunft seinen Puls per Smartphone bestimmen will, soll nicht in eine gesetzliche Grauzone eintauchen. „Es geht uns nicht um die Plattform, sondern um die Funktionalität der Programme“, erklärt Shuren abschließend.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben