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Krebsbehandlungsstudien entsprechen nicht dem typischen älteren Krebspatienten in der Praxis. Änderungen bei onkologischen Studien gefordert.
 
Gesundheitspolitik 7. Oktober 2013

Wie viel Therapie brauchen ältere Krebspatienten?

In einem Positionspapier fordern Experten Änderungen bei onkologischen Studien, um älteren Patienten besser gerecht zu werden.

Überleben Patienten mit einer neuen Therapie länger oder lässt sich der Krebs damit länger zurückdrängen? Das sind die Fragen, die klinische Studien in der Krebsmedizin zu beantworten versuchen. „Dieses Studiendesign entspricht aber nicht den Bedürfnissen der älteren Krebspatienten, die den Großteil unserer Patienten ausmachen“, so PD Dr. Ulrich Wedding, Abteilung für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Jena. „Patienten, die in Krebsstudien eingeschlossen werden, sind im Schnitt zehn Jahre jünger als der durchschnittliche Krebspatient, viele typische Begleiterkrankungen sind oft Ausschlusskriterien.“     

Wedding ist Mitglied einer internationalen Expertengruppe, die die stärkere Berücksichtigung älterer Patienten und ihrer Gesundheitssituation bei Krebsstudien fordert. In einem jetzt veröffentlichten Positionspapier sprechen sich die Europäische Organisation für Forschung und Behandlung von Krebs, die Internationale Gesellschaft für Geriatrische Onkologie und die Allianz für Klinische Studien in der Onkologie dafür aus, auch ältere und gebrechliche Patienten in Krebsstudien einzuschließen. Studien speziell für ältere Krebspatienten sollten zur Pflicht werden, wenn sich die Standard-Therapie von der bei jüngeren Patienten unterscheidet.

Obwohl Studien, in denen Teilnehmer zufällig der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugewiesen werden, als Goldstandard gelten, könnten diese nicht alle Fragen für die Behandlung älterer Patienten beantworten, so die Autoren. Sie empfehlen daher auch kleinere Untersuchungen, eventuell ohne Kontrollgruppe, um Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Toxizität für enger umschriebene Patientengruppen zu gewinnen. Mit dem Fokus auf geriatrische Krebspatienten ergeben sich völlig neue Studienfragen. Wedding: „Wir sollten auch unterschiedliche Behandlungsstrategien vergleichen, z.B. Krebstherapie mit symptommindernder Versorgung.“ Denn bei älteren Patienten sei die Frage nach der verbleibenden Lebenszeit oft weniger wichtig als Lebensqualität.

Wildiers H et al.: JCO 2013, published online 9. September

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