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Der Besitz vieler Feuerwaffen - Pistolen, Revolver, Gewehre - geht mit hohen Todesraten durch deren Gebrauch einher.
 
Gesundheitspolitik 19. September 2013

Studie: Viele Feuerwaffen - viele Tote

Österreicher im internationalen Vergleich relativ "stark bewaffnet" - Höchste Todesrate in den USA.

 
Die Korrelation ist einfach: Der Besitz vieler Feuerwaffen - Pistolen, Revolver, Gewehre - geht mit hohen Todesraten durch deren Gebrauch einher. Wissenschafter der Medizinischen Universität von New York haben jetzt auf der Basis von offiziellen Statistiken 27 entwickelte Staaten verglichen. An der Spitze mit 88,8 Feuerwaffen je hundert Einwohner stehen die USA - was den Spitzenrang von 10,2 Opfern pro 100.000 Menschen und Jahr bedeutet. Österreich ist mit 30,4 Waffen pro hundert Einwohner relativ "stark bewaffnet" und hat mit 2,94 Toten pro 100.000 Personen auch eine vergleichsweise relativ hohe Opferrate.



Die Analyse wurde am Mittwoch von der US-Fachzeitschrift "The American Journal of Medicine" zur Veröffentlichung vorzeitig freigegeben. Am Montag war es in einer Einrichtung der US-Marine in Washington zu einem Amoklauf mit 13 Toten gekommen. In Österreich sind bei einem Amoklauf in den Bezirken Lililenfeld und Meld am vergangenen Dienstag drei Polizisten und ein Rettungssanitäter erschossen worden. Im Keller des Anwesens des Täters fand die Polizei dutzende Waffen. 

Die Wissenschafter stellten die Waffenbesitzstatistiken (Zahlen: 2007) von 27 entwickelten Staaten den Mortalitätsstatistiken der einzelnen Länder sowie den Daten über die Häufigkeit psychischer Erkrankungen gegenüber. Bei der Sterblichkeit durch Feuerwaffengebrauch wurden Unfälle genauso wie Verbrechen und Suizide zusammengelegt. Hier einige der Daten:

  • An der Spitze beim Waffenbesitz liegen die USA mit 88,8 Feuerwaffen pro hundert Einwohner. Das bringt eine Opferrate pro 100.000 Einwohner und Jahr von 10,2 Toten mit sich. Auch Letzteres ist international Spitze.
  • Faktisch völlig ohne Feuerwaffen kommen die Japaner aus: 0,6 dieser gefährlichen Objekte pro hundert Einwohner - und nur 0,06 Todesopfer pro 100.000 Einwohner und Jahr. Das ist die positive Spitzenposition.
  • Österreich liegt mit 30,4 Feuerwaffen pro hundert Einwohnern relativ hoch, aber ähnlich wie Deutschland (30,3) oder Kanada (30,8) bzw. Island (30,3). Gerade bei den Mortalitätsraten schneidet Österreich hier aber vergleichsweise schlecht ab: 2,94 Tote pro 100.000 Einwohner und Jahr. In Deutschland sind es 1,1 Opfer je 100.000 Einwohner und Jahr, in Island 1,25.
  • Ausgesprochen sicher fühlen sich die Niederländer unter den Europäern, die mit 3,9 Feuerwaffen pro hundert Einwohner in dem Vergleich den niedrigsten Wert aufweisen - bei einer Opferrate von 0,46 Toten pro 100.000 Einwohner und Jahr.


"Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass die Zahl der Feuerwaffen pro Einwohner stark mit den Todesopfern durch deren Gebrauch zusammenhängt und ein unabhängiger Prognosefaktor dafür ist", resümierten die Autoren Sripal Bangalore und Franz Messerli. "Umgekehrt könnten hohe Kriminalitätsraten zu weit verbreiteter Angst und Furcht führen und Menschen dazu motivieren, sich zu bewaffnen, den Besitz von Feuerwaffen noch zu vergrößern und deren Erreichbarkeit zu vergrößern. Der resultierende Teufelskreislauf würde Schritt für Schritt zu einem polarisierten Status führen, wie er derzeit in den USA zu beobachten ist."

Die Rate der psychischen Erkrankungen wies bei diesem Vergleich keine deutlich signifikanten Korrelationen zu der Mortalität durch Feuerwaffen auf. Das deutet darauf hin, dass Suizide in diesem Zusammenhang eine geringe Rolle spielen. Die Wissenschafter abschließend: "Die aktuelle Studie widerspricht der oft zitierten Hypothese, dass Feuerwaffen eine Nation sicherer machen."

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