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Sollen Krankenschwestern nach ausländischem Vorbild mehr Kompetenzen im Gesundheitsbereich bekommen und sogar kleine Eingriffe vornehmen dürfen?
 
Gesundheitspolitik 16. September 2013

Gesundheitsgesetz: Operierende Krankenschwestern?

Aufregung um Vorschläge, Ministerium beruhigt.

Vorschläge der Gesundheit Österreich GmbH zum neuen Gesundheits- und Krankenpflegegesetz haben laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Samstag-Ausgabe) unter Ärzten für Aufregung gesorgt. Einem Papier zufolge sollen künftig auch Krankenschwestern operieren dürfen. Das Gesundheitsministerium beruhigt: "So wird das natürlich nicht kommen. Operieren dürfen auch in Zukunft nur Ärzte", erklärte ein Sprecher von Minister Alois Stöger (SPÖ). Das Gesetz werde derzeit evaluiert und diese Evaluierung werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

 

Laut dem Erstentwurf der Gesundheit Österreich GmbH sollen Gesundheits- und Krankenpflegeberufe neue Verantwortungsfelder und größere Kompetenzen in Bereichen bekommen, in denen bisher nur Ärzte arbeiten dürfen. Die Pläne würden so weit gehen, dass diese "Venenentnahmen im Rahmen der Viszeralchirurgie (z.B. Bypass-Varizenchirurgie)" und "Definierte operative Eingriffe durchführen". Oder "standardisierte medizinische Befunde (Röntgenbilder, Interventionsbefunde, OP-Berichte) interpretieren und daraus Konsequenzen für die weitere Vorgangsweise ableiten". Die Ärzte befürchten, damit wolle man Kosten im Spitalsystem sparen, und üben scharfe Kritik an den Absichten.

Das Gesundheitsministerium erklärte, zum neuen Gesundheits- und Krankenpflegegesetz gebe es derzeit eine Arbeitsgruppe, in der auch Mediziner vertreten sind. Derzeit würden Vorschläge eingeholt, welche Richtung man künftig einschlagen sollte. Das vorliegende erste Diskussionspapier spiegle "extreme Wünsche" von Berufsgruppen wider. Alle würden ihre Positionen einbringen, so der Ministeriumssprecher. Was so sicher nicht umgesetzt werde sei, dass Krankenschwestern künftig etwa operieren dürfen: "Qualität ist vorrangig und die darf nicht geschmälert werden, im Gegenteil."

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