zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 11. September 2013

Was sagen die Wahlkandidaten zur Sicherung der Landmedizin?

In den letzten Wochen hat die Bundeskurie Niedergelassene Ärzte die maßgeblichen Kandidaten aller Parteien befragt, inwieweit sie die Forderungen zur Sicherung der Landmedizin unterstützen.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt langten rund 70 Antworten ein. Der Grundtenor ist zustimmend, wenn auch manchmal wenig konkret. Die Ärztekammer werde nun in der kommenden Legislaturperiode auf die Umsetzung der Maßnahmen pochen und genau verfolgen, ob die zustimmende Haltung zur Förderung der Landmedizin in Koalitionsverhandlungen konkret aufgegriffen und anschließend in ein Regierungsprogramm aufgenommen werde, so Wiegele.

 

Die SP-Kandidaten antworten stark abgestimmt und verweisen beim Thema eines leistungsgerechten Vergütungssystems auf die Verantwortung von Krankenversicherungs-Trägern und Ärztekammer und auf ein Zusammenwirken der Vertragspartner mit der Landes- und Gemeindepolitik. Dass Landärzte unabhängig von öffentlichen Apotheken Hausapotheken betreiben dürfen, sei "überschießend und nicht erforderlich". Stattdessen werden "flexiblere Strukturen und neue Kooperationsformen zwischen niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Apotheken" gefordert - allerdings ohne zu sagen, was das bedeuten soll.

VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger will sich für eine bessere Honorierung und für Arbeitserleichterungen, für geteilte Verträge (z. B. für Ärztinnen mit Kindern) sowie mehr Geld für die Lehrpraxis einsetzen. Er habe im letzten Regierungsprogramm die Forderung nach einem Hausarztmodell durchsetzen können. Er plädiert für ein faires System für Hausapotheke und Apotheken. Schließlich sei auf seine Initiative ein All-Parteien-Antrag zur Sicherung der hausärztlichen und medikamentösen Versorgung auf dem Land zustande gekommen.

Die FPÖ unterstützt die Forderungen der Ärztekammer. Die derzeitige Hausapothekenlösung sei nicht praktikabel, das Gesetz solle evaluiert werden. Ärzte sollten andere Ärzte anstellen können.

Der grüne Gesundheitssprecher, Kurt Grünewald, will Bonussysteme für Landärzte, eine gerechte Entlohnung ohne Abhängigkeit von Nebeneinkünften, Gemeinschaftspraxen und eine mindestens halbjährige Lehrpraxis. Das uneingeschränkte Recht auf eine Hausapotheke sei obsolet.

Das BZÖ unterstützt die Forderungen der Ärzte, eine verpflichtende Lehrpraxis und die Förderung der Hausapotheke. Für bessere Arbeitsbedingungen müsse die Anstellung Arzt bei Arzt ermöglicht werden.

Die KPÖ möchte die ökonomische Basis der Ärzte über eine bessere Finanzierung mit Fokus auf wohnortnahe Patientenorientiertheit sichern.
Die NEOS plädieren für eine höhere Abgeltung der Arbeitsbelastung und eine vollständige Überarbeitung des Leistungskataloges. Beide Parteien sehen in der Hausapotheke kein Mittel der Existenzsicherung. Das Team Stronach stimmt den Forderungen grundsätzlich zu und wünscht sich mehr privaten Wettbewerb. Die Piraten wollen familienfreundliche Arbeitsmodelle unter Ausnutzung der Ärzte-GmbH sowie Abend- und Wochenendzuschläge mittels einer Kassensystem-Reform. Hausapotheke sei in entlegenen Gebieten sinnvoll.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben