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© Pharmig/Markus Prantl
Dr. Robin Rumler Geschäftsführer Pfizer Österreich, Präsident der PHARMIG
 
Gesundheitspolitik 26. August 2013

Ausreichende Handlungsfelder

„Alpbach ist ein echtes Asset, auf das wir stolz sein dürfen.“

Die zweifelsfrei wichtige Frage, wer Gesundheit entscheidet, wurde im Rahmen der diesjährigen Gesundheitsgespräche eingehend diskutiert und aus den verschiedenen Blickwinkeln beantwortet. Es macht natürlich einen Unterschied, ob diese Frage die Forschung, Kommunikation, den Fortschritt in der Gesundheitsentwicklung oder die Finanzierung unseres Gesundheitssystems betrifft.

Im Zuge der Diskussionen und Arbeitsgruppen haben sich dabei einige allgemeingültige, wichtige Erkenntnisse herauskristallisiert, die sich in den Forderungen an die verantwortliche Politik widerspiegeln: Das System muss eine gemeinsame Sprache sprechen und braucht stärkere Kooperation zwischen den Gesundheitsberufen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Gesundheitskompetenz der Menschen muss gesteigert werden. Es geht darum, besser zu verstehen, was Gesundheit, ein gesunder Lebensstil bedeutet und in der Folge auch darum, die Kosten zu reduzieren. All das sind wesentliche Faktoren, um im Sinne einer „Health in All Policies“ unser Gesundheitssystem zu stärken. Ich sehe vor allem Projekte zur Verbesserung der Kommunikation, der Gesundheitskompetenz oder Prävention, aber auch in der Gesundheits- und Versorgungsforschung als die richtigen Antworten im Sinne der heurigen Forderungen.

Wenn wir die zehn Rahmengesundheitsziele der Bundesgesundheitskommission, an der sich ja auch der Bundeszielsteuerungsvertrag orientiert, nun rasch mit konkretem Inhalt füllen und damit zum Leben erwecken, dann werden wir alle – Politik, Sozialversicherung und -partner, Ärzte- und Patientenvertretungen, Pflegeberufe, Wissenschaft und Industrie – ausreichende Handlungsfelder haben. Die Industrie könnte neben ihrer Therapieexpertise ihr Know-how in den Bereichen Management und Kommunikation zur Umsetzung und Implementierung zur Verfügung stellen.

Wir wollen als Industrie vieles bewegen und können bei einigen Zielen ansetzen: So möchten wir aktiv Kooperationen zwischen den Systempartnern weiter vorantreiben. Ein gutes Beispiel für eine solche erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Forschungsnetzwerk OKIDS für Kinderarzneimittel. Dieses haben Pharmawirtschaft und Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam realisiert. Ein weiteres Beispiel ist das Gremium Gesundheitsziele, eine Kooperation mit dem Hauptverband und den Krankenkassen. Hier werden wir zum Beispiel noch heuer 1,5 Millionen Euro aus dem Solidaritätsvertragstopf für Präventionsprojekte ganz im Sinne der Alpbacher Forderungen zur Verfügung stellen. Man kann auf uns zählen!

Kritisch wurde im Rahmen der Gespräche auch über das Thema „Überdiagnostizierung“ in der Medizin diskutiert. Aus unserer Sicht ist weder eine Über- noch eine Unterdiagnostizierung anzustreben. Dabei geht der Trend klar weg von der Reparatur- hin zur Präventionsmedizin; und das ist gut so. Die Pharmaindustrie arbeitet heute an den Medikamenten von morgen. Wir wollen mit unseren Arzneien auch in Zukunft zu mehr gesunden Lebensjahren und einer weiter steigenden Lebenserwartung beitragen.

Persönlich habe ich die intensiven Tage in Alpbach sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch als unvergleichlich erlebt. Eine solche Plattform ist ein echtes Asset, auf das wir stolz sein dürfen.

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