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Gesundheitspolitik 24. Juni 2013

Kräfte bündeln

Nur mehr eine länderübergreifende Fachgesellschaft für Neurologie in Europa.

In Europa soll es zukünftig nur mehr eine länderübergreifende neurologische Fachgesellschaft geben, ENS und ENFS werden zur European Academy of Neurology (EAN) zusammengeführt.

Europa hat seit mehr zwei Jahrzehnten zwei länderübergreifende neurologische Fachgesellschaften, die European Neurological Society (ENS) und die European Federation of Neurological Societies (EFNS). Ab 2014 soll es nur mehr eine sein. Darauf haben sich ENS und EFNS geeinigt und arbeiten nun an der zügigen Umsetzung des Beschlusses, berichtete ENS-Präsident Prof. Dr. Claudio L. Bassetti von der Neurologische Universitätsklinik Bern beim 23. Meeting der ENS in Barcelona.

Beide Gesellschaften verfolgen unterschiedliche, aber bestens kompatible Ziele. Die ENS wurde nach dem Vorbild der American Academy of Neurology gestaltet, Mitglieder sind individuelle Mediziner, nicht nationale Fachgesellschaften. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen Fortbildung und Kongresse. Die 1986 in Paris gegründete ENS, die das Journal of Neurology herausgibt, veranstaltete 1988 in Nizza ihren ersten Kongress.

Die 1991 auf einen Kongress in Wien gegründete EFNS ist eine Föderation nationaler neurologischer Fachgesellschaften. Sie gibt das European Journal of Neurology heraus und hat eine repräsentative Online-Bibliothek von Guidelines zu neurologischen Indikationen geschaffen. Neben der Durchführung von Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen sieht sich die EFNS auch als politische Vertretung ihrer Mitglieder, ist Teil des European Brain Councils und hat sich unter anderem auf EU-Ebene für mehr Gehirnforschung in Europa starkgemacht.

Bassetti: „Die Bündelung der Kräfte in der Neurologie in Europa war naheliegend. ENS und EFNS haben in der jüngeren Vergangenheit schon wiederholt und erfolgreich zusammengearbeitet. So zum Beispiel bei der Organisation der europäischen Facharztprüfung oder gemeinsam mit dem British Joint Neuroscience Council an eBrain, dem weltweit größten e-Learning-Projekt auf dem Gebiet der Neurowissenschaften.“ Ausgehend von diesen Erfahrungen beschloss man, die Kooperation auf eine formal geregelte Basis zu stellen.“

Quelle: 23. Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS), 8. bis 11. Juni 2013, Barcelona

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