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Gesundheitspolitik 20. Juni 2013

Ärztekammer befürchtet Ärztemangel

ÖÄK-Vize Mayer: Turnusstellen zum Teil unbesetzt.


Akuten Handlungsbedarf sieht die Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), was die Nachbesetzung von Turnusarztstellen und einen damit verbundenen drohenden Ärztemangel angeht.

 

"Eine Erhebung hat ergeben, dass österreichweit mehr als 160 Turnusstellen nicht besetzt sind. Das kann langfristig zu einem Ärztemangel und in der Folge zu groben Versorgungsdefiziten führen, die Indizien für die schlechte Arbeitssituation in Spitälern sind", warnte Kurienobmann Harald Mayer am Donnerstag während des 127. Ärztekammertages in Baden. Er forderte attraktivere Arbeitsbedingungen für Spitalsärztinnen und -ärzte, eine leistungsgerechte Entlohnung und die Besetzung vakanter Stellen.

Schon jetzt würden viele talentierte Ärztinnen und Ärzte aufgrund unattraktiver Arbeitsbedingungen verloren gehen, eine Pensionierungswelle werde in den kommenden Jahren den Ärztemangel verstärken. Das wirke sich einerseits auf die Anzahl der verfügbaren Ärztinnen und Ärzte in den einzelnen Fächern aus, wo es bereits jetzt erste Defizite gebe. Anderseits seien die im Spital verbliebenen Medizinerinnen und Mediziner noch stärker gefordert. Mayer: "Die Arbeit wird ja nicht weniger, im Gegenteil, die Belastungen nehmen zu. Letzten Endes landen die Kolleginnen und Kollegen in einem Teufelskreis aus überlangen Diensten, Übermüdung und Demotivation." Der daraus resultierende Qualitätsverlust in der Versorgung werde unmittelbar an die Patienten weitergegeben, die folglich ebenso unter dem Ärztemangel leiden würden wie die Ärzteschaft selbst.

Besonders zu kämpfen hätten Spitäler in jenen Regionen, in denen bereits Sparmaßnahmen ergriffen worden seien. Betroffen seien aber auch Spitäler in der Peripherie. Neben den teils unattraktiven Arbeitsbedingungen und dem Umstand, dass Turnusärzte nach wie vor als Systemerhalter eingesetzt werden, spiele auch das Entgelt eine Rolle, erklärte der Kurienobmann. "Leistungsgerechte, einem akademischen Beruf angemessene Entlohnungen helfen dabei, junge Medizinerinnen und Mediziner in Österreich zu halten. Wir wissen, dass ein Grund, warum viele Jungärzte ins Ausland ziehen, das oftmals bessere Gehalt und die besseren Arbeitsbedingungen sind", führte Mayer aus. Um dem drohenden Ärztemangel vorzubeugen, sei es unerlässlich, endlich Maßnahmen zu ergreifen, forderte der Kurienobmann abschließend.

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