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Gesundheitspolitik 16. Juni 2013

Salon A - Frauen haben die Arbeit. Männer das Sagen

Im Mittelpunkt des proaktiven Miteinanders standen diesmal die Herausforderungen des großteils weiblichen Standes, der offiziell aber ausschließlich von Männern vertreten wird.

Am 12. Juni luden die Vertreter der Gesellschaft der österreichischen Apotheker erneut zum interdisziplinären Meinungsaustausch in die Servitengasse, diesmal unter dem Motto "Frauen haben die Arbeit. Männer das Sagen".

Im Mittelpunkt des proaktiven Miteinanders standen diesmal die Herausforderungen des großteils weiblichen Standes, welcher offiziell aber ausschließlich von Männern vertreten wird. Die engagierten Vertreter der Apothekerschaft konnten diesmal die österreichische Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek begrüßen. Zuvor informierte DI (FH) Volker Schörghofer, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, der die anwesenden Vertreter der Apotheken über die Fortschritte zur Umsetzung der im ELGA Gesetz beschlossenen E-Medikation informierte.

Geht es um das Thema Gesundheit, wird die Frau oft als "Gesundheitsmanagerin der Familie" bezeichnet. Wichtige alltägliche Entscheidungen innerhalb der Familie im Hinblick auf Bereiche wie Ernährung, Bewegungs- und Freizeitaktivitäten bis hin zu Arztbesuchen und Impfungen fallen meist in den Zuständigkeitsbereich von Frauen. Auch der Stand der Apotheker ist auf Angestelltenebene weiblich dominiert. Mit 80 prozentiger Sicherheit, wird man in einer österreichischen Apotheke von einer Dame betreut, so hoch ist nämlich der momentane Stand der weiblichen Angestellten in heimischen Apotheken. Trotz hoher Frauenquote hinter den Verkaufstresen, einem Anteil von 50 Prozent weiblicher Apothekeneigentümer und einem geregelten, gleichberechtigten Bezahlungsschema, sind alle leitenden Funktionen in den Verbänden sowie die offizielle Berufsvertretung der Apothekerschaft mit Männern besetzt. Der Frage nach der Ursache für diese Vorrangstellung der männlichen Vertreter unter den Apothekern wurde in gewohnt informeller Atmosphäre auf den Grund gegangen und die verschiedenen Möglichkeiten auf Führungs- und Vertretungsebene mehr Gleichgewicht zu schaffen aufgezählt und diskutiert.

In einem Impulsreferat erläuterte Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst, die aktuelle Entwicklungen in Sachen Gleichstellungspolitik. "Wir können positiv zur Kenntnis nehmen, dass schon viel durch die Frauenpolitik bewegt wurde. Veranstaltungen wie die heutige stärken den politischen Diskurs und ich freue mich auf den weiteren Gedankenaustausch. Die Lohnschere sollte in Österreich längst schon Geschichte sein, und je schneller wir das schaffen, desto besser, hier möchte ich die Apothekerschaft als vorbildhaft bezeichnen", betonte die Bundesministerin. "Ich will jeder Frau das Leben ermöglichen, das sie sich für sich vorstellt. Das reicht von Arbeit, von der jede Frau leben kann, bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie", erläutert Heinisch-Hosek ihre gesellschaftspolitische Motivation.

Information als Wert im Gesundheitswesen

Mit der Beschlussfassung des ELGA-Gesetzes im Nationalrat Ende 2012 wurden die notwendigen rechtlichen Grundlagen für eine österreichweite Umsetzung der e-Medikation geschaffen. Ziel der e-medikation ist ein Überblick über alle ärztlich verordneten oder in der Apotheke rezeptfrei gekauften, wechselwirkungsrelevanten Arzneimittel eines Patienten. Diese Informationen werden durch e-Medikation für die behandelnden niedergelassenen und Spitalsärzte sowie für die Apotheker verfügbar gemacht. Die e-Medikation wurde bereits im Jahr 2011 im Rahmen eines Pilotbetriebes in drei Regionen getestet. "Die gesammelten Erfahrungen sind zum Teil in das neue Gesetz eingearbeitet worden. Zum Beispiel einigte man sich auf ein Opt-out anstatt eines doppelten Opt-in," erklärt DI (FH) Volker Schörghofer, und setzte die anwesenden Apotheker über die weiteren Umsetzungsphasen zur E-Medikation, in Kenntnis: "Derzeit werden in einer Steuerungsgruppe und einem Beirat die Themen Usability und Geschäftsprozesse erarbeitet. Im Beirat setzen sich Vertreter aller betroffenen Institutionen intensive mit den Vorbereitung und der Umsetzung auseinander. Die jeweiligen Beschlüsse fasst die Steuerungsgruppe." Weitere Schritte im Projekt neben der Errichtung der zentralen Komponenten sind die Ausarbeitung von Roll-out Plänen sowie die Planung der erforderlichen Schulungsmaßnahmen. Die Apothekerschaft sieht die e-medikation durchaus positiv im Sinne eines weiter verbesserten Arzneimittelmanagements für die Patienten.

Kritikpunkte gab es hinsichtlich der nicht verpflichtenden Angabe von Dosierungen oder der nicht einsehbaren ABS Vermerke. Hier hofft man auf einen kontinuierlichen Ausbau des Systems: Die Obfrauen von Salon A, Mag. Dr. Mursch-Edlmayr und Mag. Prinz-Stremitzer sind sich einig: "Die Apothekerschaft sieht die e-medikation Chance, in der wir die Möglichkeit haben uns intensiv mit Wissen und Kompetenz einzubringen - was wir aktuell bereits tun und wozu wir auch künftig, im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Systems, bereit sind."

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