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Gesundheitspolitik 4. Juni 2013

Häufig, kostenintensiv und hochmaligne

Eine terminale Herzinsuffizienz ist tödlicher als Krebs - nur bei Lungenkrebs ist die Lebenserwartung noch schlechter.

Als Folge von zunehmender Lebenserwartung und verbesserter Therapie, im Besonderen des akuten Myokardinfarktes, haben Inzidenz und Prävalenz der Herzinsuffizienz in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Das ist mit Kosten verbunden: Wie andere Industriestaaten wendet auch Österreich etwa zwei bis vier Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets allein für die Herzinsuffizienz auf, 70 Prozent davon fallen ausschließlich für die Finanzierung der stationären Behandlungen an.

Zur Prognose: Die durchschnittliche Einjahresmortalität liegt bei 30 Prozent, die 5-Jahresmortalität bei 60 bis 70 Prozent. Damit ist die Prognose vergleichbar mit der von häufigen Tumorerkrankungen.

Um die Versorgungsqualität zu verbessern und Hospitalisationen zu reduzieren, gibt es eine offizielle Empfehlung der ESC, Disease Management Programme zu etablieren. Diese Betreuungsmodelle sind üblicherweise multidisziplinär angelegt und involvieren sämtliche an der Betreuung von Herzinsuffizienzpatienten beteiligten Personengruppen: Spitalsärzte, niedergelassene Internisten, Kardiologen, Hausärzte, Pflegepersonal und Angehörige.

„In Österreich sind mit viel Engagement und Eigeninitiative vereinzelt derartige Betreuungsmodelle ins Leben gerufen worden“, betont Priv.-Doz. Dr. Deddo Mörtl, II. Medizinische Abteilung, LKH St. Pölten anlässlich des Europäischen Tags der Herzschwäche. Eine flächendeckende Umsetzung fehle aber noch, obwohl die AG Herzinsuffizienz seit Jahren daran arbeitet.

Auch Dr. Josef Probst, Generaldirektor des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, zeigt sich von der Notwenigkeit flächendeckender Behandlungsmodelle überzeugt. „Nur so kann es gelingen, für alle Betroffenen eine optimale Behandlung nach aktuellem Standard sicher zustellen.“ Auch etwaige Lücken könnten so erkannt werden. „Nur wenn wir aus unseren eigenen Fehlern lernen, kann man das System nachhaltig verbessern“, so Dr. Probst, der diesen Auftrag für die Umsetzung der Gesundheitsreform mitnimmt.

 

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