zur Navigation zum Inhalt
Immer weniger Kassenärzte versorgen immer mehr Patienten, warnt die Ärztekammer.
 
Gesundheitspolitik 4. Juni 2013

Ärztekammer warnt vor Versorgungsengpässen

Die Ärztekammer warnt eindringlich vor den Auswirkungen fehlender Kassenplanstellen in Wien.

Die Zahl der Stellen wurde in den letzten Jahren immer weiter reduziert. "In Anbetracht der steigenden Bevölkerungszahlen wird das langfristig gesehen zwangsläufig zu Versorgungengpässen führen", warnt Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien.

 

Gab es im Jahr 2000 noch 1.667 Kassenplanstellen in der Bundeshauptstadt, so sind es mittlerweile nur mehr 1.583 (Stand: 31. Dezember 2012). Das bedeutet einen Abbau von 84 Kassenplanstellen - 45 bei den Allgemeinmedizinern und 39 bei den Fachärzten.

Während die Kassenstellen immer weniger werden, nimmt die Bevölkerungszahl in Wien aber immer mehr zu. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Gesamtbevölkerungszahl um mehr als 160.000 gestiegen. "Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass es eine große Zahl an Personen aus den umliegenden Bundesländern gibt, die in Wien beschäftigt sind und daher auch in Wien zum Arzt gehen", mahnt Szekeres.

Der Gesamtvertrag mit der Wiener Gebietskrankenkasse sieht für Wien hingegen 880 Kassenplanstellen für Allgemeinmediziner und 970 Kassenplanstellen für Fachärzte, gesamt also 1850 Kassenplanstellen, vor. "Wenn man sich ansieht, wie viele Kassenplanstellen in Wien tatsächlich besetzt sind, wird deutlich, wie weit man unter diesen Wunschzahlen liegt", so Szekeres.

Oft würden Stellen einfach nicht mehr nachbesetzt. Szekeres: "Bei den Allgemeinmedizinern wurden seit 2003 36 Stellen nicht nachbesetzt. Und auch bei den Gynäkologen sind in diesem Zeitraum zehn Kassenplanstellen nicht neu ausgeschrieben worden." So werde "Schritt für Schritt" die Zahl an Kassenärzten reduziert.

Unterversorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ein dramatischer Mangel herrscht insbesondere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hier gibt es nach wie vor keine einzige Kassenplanstelle in Wien. "Nicht einmal die 2011 vereinbarten Kostenzuschüsse für Wiener Kinder für Leistungen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden bisher umgesetzt", kritisiert Szekeres.

Verhandelt werde aktuell über sechs geplante Kassenstellen. Damit würde man, gemessen an der Bevölkerungszahl, eine idente Versorgungslage wie in Niederösterreich schaffen, wo es bereits fünf Kassenplanstellen gibt. "In Anbetracht deutscher Vergleichszahlen ist das noch immer sehr gering. Für deutsche Städte mit vergleichbarer Bevölkerungszahl sind 19 Vertragsärzte vorgesehen", so Szekeres.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben