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Gesundheitspolitik 28. Mai 2013

Ärztekammer fordert Lehrpraxen auf internationalem Niveau

Lehrpraxis anerkanntes Ausbildungsmodell.

In der Debatte rund um die neue Regelung zur ärztlichen Ausbildung fordert die Ärztekammer eine Lehrpraxisausbildung auf internationalem Niveau sowie eine Förderung von Lehrpraxen auch für Facharztordinationen.

 

"Es ist höchste Zeit, dass nach Jahrzenten ministerialer Lethargie zum Thema Lehrpraxis endlich Bewegung in die Diskussion kommt", so Gerald Radner, Vorstandsmitglied der Ärztekammer für Wien.

Die Lehrpraxis sei als Ausbildungsmodell gerade für die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin ein international anerkanntes, bedeutendes und im Ausland oftmals hoch gefördertes Modell. "In Österreich sieht die Situation aktuell leider ganz anders, nämlich viel schlechter, aus", kritisiert Radner.

Seit Einführung der Lehrpraxis sei die Zahl der Förderungen kein einziges Mal dem tatsächlichen Bedarf angepasst worden. Auch die Höhe der Lehrpraxisförderung ist seit Bestehen nie valorisiert worden.

Damit eine qualitativ hochstehende Ausbildung für Allgemeinmediziner auf internationalem Niveau garantiert werden könne, sei ein öffentlich finanziertes zwölfmonatiges Lehrpraxismodell jedenfalls unumgänglich. "Wir fordern von Gesundheitsminister Alois Stöger die Umsetzung eines solchen Ausbildungsmodells beim niedergelassenen Hausarzt", so Radner. Es sei evident, dass die Lehrtätigkeit in den Ordinationen nicht durch eine Tätigkeit in Spitalsambulanzen ersetzt werden könne, so wie dies Stöger vorgeschlagen habe.

Lehrpraxis auch beim niedergelassenen Facharzt gefragt

Radner führt zudem aus, dass die Lehrpraxis auch beim niedergelassenen Facharzt für die Facharztausbildung eine sehr wichtige Aufgabe übernehmen könnte und müsste. Für ihn ist es daher unverständlich, warum Lehrpraxen im Facharztbereich vom Förderungsmodell gänzlich ausgenommen sind. Denn auch Turnusärzte in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin würden immer häufiger die Möglichkeit nutzen, eine Ausbildung beim niedergelassenen Facharzt zusätzlich in Anspruch zu nehmen.

Radner: "Hier wird auch die Tatsache vergessen, dass Spitäler oftmals nicht mehr in der Lage sind, alleine eine vollständige ärztliche Ausbildung anzubieten." Gerade im Bereich der sogenannten Mangelfächer komme es daher immer wieder zu Ausbildungsengpässen. "Die Folgen sind ungewollte Verlängerungen der Ausbildungszeit", schildert Radner die aktuelle Situation in den Spitälern.

Die Ausbildung beim niedergelassenen Facharzt biete hier einerseits den Vorteil, diese Ausbildungsengpässe in Spitälern abzudämpfen, andererseits werde dadurch aber auch die Zusammenarbeit zwischen dem intra- und extramuralen Bereich gefördert. Für Radner ist das ein weiteres Argument, die fachärztliche Lehrpraxis in das öffentliche Fördermodell aufzunehmen.

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