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Fortbildungspunkte am Bildschirm erwerben ist bei Ärzten beliebt.
 
Gesundheitspolitik 27. Mai 2013

Österreichs Ärzte sind fortbildungsfreudig

22.000 E-Registrierungen.

Österreichs Ärzte sind nach dem Gesetz zur Fortbildung verpflichtet. Darüber, wie strikt das geregelt sein soll, gibt es eine sprichwörtlich ewige Diskussion zwischen Politik und Medizinern. Jedenfalls sind sie offenbar fortbildungsfreudig.

"Wir haben bereits 22.000 Kollegen, die für ihre Fortbildungsaktivitäten E-Konten eingerichtet haben. Sie haben sechs Millionen Fortbildungspunkte gesammelt", sagte bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado der Präsident des wissenschaftlichen Beirates der Österreichischen Akademie der Ärzte, der OÖ-Ärztekammerchef Peter Niedermoser.

 

Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte, Harald Mayer, hatte zuvor bereits auf die kommenden, strikter werdenden Regelungen hingewiesen: "Ab 2015 haben wir eine definierte Verpflichtung zu einer 'strukturieren' Fortbildung. Es gibt Leute, die im (Gesundheits-)Ministerium über die Rezertifizierung bei der ärztlichen Berufsberechtigung nachdenken."

Das wäre jedenfalls für die Masse der Berufe - bis auf Spezialbereiche mit wenigen Berufsangehörigen - neu. Niedermoser, vom Fachbereich her Pathologe, betonte, er stehe solchen Rezertifizierungen nicht generell ablehnend gegenüber: "... aber nicht nur bei uns. (...) Ich habe noch nie Politiker, die Ökonomie oder die Patientenanwälte bei Fortbildung gesehen - weil es für sie keine gibt."

Die Ärztekammer befindet sich besonders mit dem Sprecher der österreichischen Patientenanwälte (sie werden vor allem durch die jeweiligen Bundesländer eingesetzt), Gerald Bachinger (NÖ), in einem permanenten Streit auf allen möglichen Ebenen. Dabei geht es im Hintergrund auch darum, wer eigentlich die Patienten vertritt. Zuletzt hat die Wiener Ärztekammer erstmals eine "Publikumswahl" für einen Patientenombudsmann initiiert. Auch die sozialen Krankenkassen wollen die Patienten vertreten, weil sie als Versicherte ja die Beiträge leisten.

Ausbildungsreform

Nur theoretisch vorangekommen sei man - so Niedermoser - bei der Verwirklichung der Ausbildungsreform für Ärzte. Allgemeinmediziner sollen in Zukunft ein Jahr ihrer Praxisausbildung in Ordinationen in der Form von Lehrpraxen bekommen. Doch für die Finanzierung hätte das Gesundheitsministerium kein Geld. Der OÖ-Ärztekammerpräsident: "Wer bezahlt, sollen wir mit Bundesländern und Sozialversicherungen aushandeln. Dabei geht es um jährlich 15 Millionen Euro." Das wäre sehr wenig, wenn man allein die Ankündigung von Bundeskanzler Werner Faymann (S) berücksichtige, dass bei der Hypo Alpe-Adria vier bis sieben Milliarden Euro schlagend würden. Die Qualität der Ausbildung der zukünftigen Hausärzte hätte ein enorme und für jeden Österreicher spürbare Bedeutung.

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