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Gesundheitspolitik 21. Mai 2013

"O.K.ids"

Stöger: Neues Forschungsnetzwerk für Kinderarzneien nimmt Arbeit auf.

In Zukunft wird die Erforschung von Arzneien für Kinder verstärkt gefördert, um "mehr sichere Medikamente und damit bessere Behandlungs- und Heilungschancen für Kinder zu erzielen". Das betonte Gesundheitsminister Alois Stöger am Freitag bei der Vorstellung des österreichischen Forschungsnetzwerks für Kinderarzneimittel "O.K.ids", das ab sofort die Arbeit aufnimmt.

 

Die Erforschung von Arzneimitteln für Kinder wurde im Rahmen der Kindergesundheitsstrategie als Ziel festgelegt, mit dem Start des Netzwerks geht es nun in Kooperation mit der pharmazeutischen Industrie in die Umsetzung. "Ich bin froh, dass wir gemeinsam dieses Ergebnis zustandgebracht haben", betonte der Gesundheitsminister.

Das Gesundheitsministerium leistet für das Netzwerk eine Anstoßfinanzierung von 750.000 Euro, je 150.000 Euro pro Jahr für die nächsten fünf Jahre. "Gerade bei Kinderarzneimitteln haben viele Ärztinnen und Ärzte Sorge, denn für nahezu 90 Prozent der Medikamente stehen keine Studien über die Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung." Diese Situation werde nun Schritt für Schritt verbessert, indem Medikamente verstärkt auf Kindertauglichkeit geprüft werden, betonte Stöger und sprach allen an der Errichtung des Netzwerks Beteiligten seinen Dank aus.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Pharmig-Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber betonte, dass Kinder keine "kleinen Erwachsenen" und daher medizinisch auch nicht so zu behandeln seien. Forschung ist nicht nur bei neuen, sondern auch an Medikamenten, deren Wirksamkeit für Erwachsene bereits erwiesen ist - vor allem hinsichtlich der Dosierung -, notwendig, um sie auch Kindern zur Verfügung stellen zu können. Die Forschung wird daher in Kooperation mit der pharmazeutischen Industrie ausgeweitet: 30 pharmazeutische Unternehmen leisten den gleichen Beitrag zur Anstoßfinanzierung wie das Ministerium. Ab 2018 soll das Netzwerk von der Pharmaforschung allein getragen werden können.

O.K.ids hat zudem die Aufgabe, sich in ein supranationales, europäisches Netzwerk einzugliedern. "Die Stärke dieses Netzwerks ist die Kooperation", erklärte Minister Stöger den Vorteil des gemeinsamen Forschens. O.K.ids -Geschäftsführerin Prof. Dr. Ruth Ladenstein sagte dazu, dass Kooperation gerade in der Kindergesundheit unerlässlich sei. Die im Netzwerk geschaffenen Strukturen für die Arzneimittelprüfung werden die Durchführung von Studien erleichtern und damit die Zulassung von sicheren Kinderarzneien fördern. Die Öffentlichkeit wird laufend über Fortschritte informiert.

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