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Wenn Kinder in der Schule erschöpft und unaufmerksam sind, könnte es auch daran liegen, dass sie sich für die Pflege von Angehörigen verausgaben.
 
Gesundheitspolitik 13. Mai 2013

Pflege: Sozialministerium will pflegende Kinder besser informieren

Minderjährige wissen über Unterstützungs-Angebote oft nicht bescheid.


Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) hat vermehrte Unterstützung von minderjährigen Kindern, die ihre Eltern oder Angehörigen pflegen, angekündigt. Vor allem soll diese vermehrt über bereits bestehende Unterstützungs-Angebote informiert werden. Genützt werden sollen dazu die Pflege-Hausbesuche, die es jährlich ohnehin gibt, kündigte der Ressortchef im Ö1-"Morgenjournal" am Freitag an.



Von rund 440.000 Pflegegeldbeziehern würden 20.000 zur sogenannten Qualitätskontrolle zu Hause besucht. Wenn unter diesen besuchten Personen Kinder und Jugendliche sind, werde man ihnen gewisse Unterstützung anbieten, so Hundstorfer.

Ein Beispiel: Kindern soll etwa die "Auszeit" von der Pflege näher gebracht werden. Damit sie etwa auf Schulskikurs mitfahren können, ohne sich Sorgen um Mutter oder Vater machen zu müssen, wird bis zu vier Wochen pro Jahr eine Ersatzkraft gefördert. "Dieser Zugang steht bereits seit vielen Jahren offen, aber wir sind draufgekommen, dass hier sehr großes Informationsdefizit besteht." Mittels Info-Kampagne soll dieses Defizit nun abgebaut werden.

Entlastung für Kinder dringend nötig


Zur Frage, wie den Betroffenen am besten geholfen werden kann, läuft derzeit auch eine weitere Studie. Erste Ergebnisse werden im Herbst veröffentlicht.

Die Diakonie wies unterdessen auf ihre Internet-Plattform "superhands" (http://www.superhands.at) hin, die Beratung und Begleitung für betroffene Kinder bietet. Über die Ankündigung des Sozialministers zeigte sich Diakonie-Direktor Michael Chalupka erfreut. „Dieses Thema betrifft uns alle – deswegen braucht es auch dringend öffentliche Gelder. Wir freuen uns über die Ankündigung des Sozialministeriums, in die Entlastung der Kinder und in einen Ausbau dieser Dienstleistungen investieren zu wollen.“

Laut einer Studie des Instituts für Pflegewissenschaften der Universität Wien, die bereits im Dezember vorgestellt wurde, pflegen etwa 42.700 Minderjährige regelmäßig chronisch kranke Familienmitglieder (das sind rund 3,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 18 Jahren). Das durchschnittliche Alter der pflegenden Kinder beträgt demnach 12,5 Jahre. Knapp 70 Prozent davon sind weiblich.

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