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Immer mehr Kinder leiden an Asthma.
 
Gesundheitspolitik 7. Mai 2013

Asthma: Im Vorschulalter häufigste chronische Erkrankung

Welt-Asthma-Tag: 42.000 Betroffene in Österreich.

In Österreich ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung der Zwei- bis Sechsjährigen. Insgesamt leiden in dieser Altersgruppe rund 42.000 Kinder daran. In der Gesamtbevölkerung sind es sieben Prozent oder rund 500.000 Menschen. Darauf verwies am Montag die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) aus Anlass des bevorstehenden Welt-Asthma-Tages (7. Mai).



Auslöser der chronischen Lungenerkrankung sind oftmalige Infekte, gefolgt von Allergien. Der Zusammenhang mit Allergien ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Expertenschätzungen zufolge sind in Österreich derzeit rund 20 Prozent der Bevölkerung (1,6 Millionen Menschen) von Allergien betroffen. Weltweit leiden 300 bis 500 Millionen Menschen an allergischem Schnupfen, davon 200 Millionen zusätzlich an allergischem Asthma.

250.000 Menschen sterben jährlich an Asthma, hieß es in einer Aussendung der ÖGP. Die Erkrankung wird durch bestimmte Auslöser (z. B. Allergene, Passivrauch, Umweltverschmutzung, Infekte) manifest und ist durch eine Entzündung und Verengung der Atemwege gekennzeichnet. Das Ausmaß dieser Verengung kann sich über kurze Zeit spontan oder als Folge gezielter Behandlung verändern.

Jedes 10. Kind in der Volksschule betroffen

Rund zehn Prozent der Kinder im Volksschulalter in Österreich leiden an Asthma, bei den Erwachsenen sind es etwa fünf Prozent. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl asthmatischer Schulkinder laut Vergleichsstudien um rund 16 Prozent, in der Altersgruppe der Zwölf- bis 14-Jährigen gar um 32 Prozent erhöht.

Fritz Horak, Leiter des ÖGP-Arbeitskreises "Allergie und Inflammation" und Ärztlicher Leiter im Allergiezentrum Wien West: "Von besonderer Bedeutung sind die frühzeitige Diagnose und Therapie, um Beschwerden gering zu halten und die Lungenfunktion zu optimieren. Ziel ist, dass die betroffenen Kinder keine oder kaum Beschwerden und damit keine oder kaum Einschränkungen im Alltag haben."

Herausforderung für die Ärzte


Besondere ärztliche Herausforderungen beim kindlichen Asthma - so der Experte - seien die schwierige Diagnose aufgrund unspezifischer Symptome (Husten) und der eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeit (Lungenfunktionsmessung), die Tatsache, dass die Beschwerden oft belastungsabhängig sind (Sport) und die Wichtigkeit einer altersgemäßen Therapie (unterschiedliche Inhalationsgeräte, Motivation junger Kinder. Studien aus der jüngeren Vergangenheit hätten klar nachgewiesen, dass Kleinkinder, die im ersten Lebensjahr an einer Nahrungsmittelallergie leiden, später ein vierfach höheres Risiko für Asthma hätten.

Darüber hinaus: Kinder, die in den ersten drei Lebensjahren auf ganzjährige Allergene wie Hausstaubmilben oder Tierhaare sensibel reagieren und in dieser frühen Kindheit einer erhöhten Allergenexposition ausgesetzt sind, haben im späten Kindesalter häufig eine schlechtere Lungenfunktion. Horak: "In solchen Fällen ist daher die Allergenvermeidung dringen geboten. Das bedeutet Milben-reduzierende Maßnahmen, Reduktion der Passivrauchbelastung zuhause, aber möglicherweise auch, sich beispielsweise von Haustieren zu trennen, wenn die Kinder allergisch auf Tierhaare reagieren."

Chronische Krankheit weltweit im Zunehmen 


Die Häufigkeit (Prävalenz) von Asthma nimmt weltweit bei Kindern und Erwachsenen zu. Der Wiener Experte Friedrich Horak von der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG): "Österreich liegt hier im Mittelfeld. Die Asthma-Prävalenzdaten reichen von fünf Prozent in Russland, China und Osteuropa zu bis 40 Prozent in Australien und Neuseeland. Bei bis zu 80 Prozent der Asthma-Patienten spielen Allergien eine Rolle."

Dabei gibt es auch eine vererbbare Komponente: Horak: "Sind beide Elternteile Allergiker, weisen ihre Kinder ein 60- bis 80-prozentiges Risiko auf, ebenfalls Allergien zu bekommen. Ist ein Elternteil allergisch, besteht ein 20- bis 40-Prozent-Allergierisiko für das Kind." Es gibt auch die Kombination von Gräserpollen- und Hausstaubmilben-Allergien.

Eine wirkungsvolle Therapie ist wichtig: Von Patienten mit allergischer Rhinitis, die nicht behandelt wird, entwickeln bis zu 40 Prozent Asthma. Erste Studien zeigen, so Horak, dass eine gezielte spezifische Immuntherapie ("Allergieimpfung") dieses Voranschreiten zumindest verzögern, wenn nicht sogar aufhalten kann.

 

Am 7. Mai ist Welt-Asthma-Tag

Asthma, eine chronische Erkrankung der Atemwege, gehört zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit 300 Millionen Menschen betroffen. Es gibt jährlich 250 000 Todesfälle. Experten schätzen, dass in Deutschland bis zu fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent aller Kinder unter 15 Jahren unter Asthma leiden. Symptome sind Atemnot, Engegefühl in der Brust und ständiger Hustenreiz. "Du kannst dein Asthma kontrollieren", ist das diesjährige Motto des von der Global Initiative for Asthma (Gina) 1998 ins Leben gerufenen Aktionstages am 7. Mai.

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