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Gesundheitspolitik 2. Mai 2013

Aktueller Bericht über Feinstaub, Schwefel- und Stickoxid

Wie entwickelt sich die Belastung durch Luftschadstoffe?


Der aktuelle Bericht über den Schutz vor schädlichen Immissionen aus der Luft beschreibt die Entwicklung der Emissionen von Luftschadstoffen in Österreich ( III-411 d.B.). Der Umweltminister informiert über die Belastung durch die im Immissionsschutzgesetz Luft geregelten Schadstoffe sowie über den Erfolg getroffener Maßnahmen.

 

Grenz-, Ziel- und Alarmwerte bestehen für Schwefeldioxid (SO2), Feinstaub (PM10), Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickstoffdioxid (NO2), Stickstoffoxide (NOx), Benzol, Blei, Arsen, Cadmium, Nickel und Benzo(a)pyren. Bei Feinstaub (PM2,5) gilt auch ein verpflichtendes nationales Ziel für die Expositionsreduktion. Darüber hinaus bestehen Grenzwerte für Staub-Depositionen sowie für Blei und Cadmium im Staubniederschlag.

Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub mit abnehmender Tendenz

Bei Feinstaub (PM10) traten zwischen 2009 und 2011 in weiten Teilen des Bundesgebietes an bis zu 57% (2011) der Messstellen Überschreitungen des Tagesmittelwerts auf. Nicht überschritten wurde im Berichtszeitraum der Grenzwert für das Jahresmittel. Die PM10-Emissionen in Österreich sind von 1990 bis 2011 um 13% zurückgegangen, vor allem in der Industrie und bei Kleinverbrauchern. Für das kommende Jahrzehnt erwarten die Autoren des Berichts keine großen weiteren Reduktionen der nationalen Gesamtemissionen, wohl aber Emissionsminderungen in Osteuropa, die sich positiv auf die Schadstoffbelastung, vor allem in Ostösterreich auswirken werden, erfährt der Leser des Berichts.

Der Zielwert für Feinstaub PM2,5 und der ab 2015 geltende Grenzwert (25 μg/m³) wurde 2009 bis 2011 an allen Messstellen in Österreich eingehalten. Der Indikator für die durchschnittliche Exposition (AEI, Mittelwert in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck) betrug im Berichtszeitraum 17,8 μg/m³ und lag damit unter dem Grenzwert von 20 μg/m³. Für die Zielperiode 2018-2020, in der ein AEI von 15,1 μg/m³ erreicht werden soll, ergibt sich noch ein Reduktionsbedarf von 15%.

Uneinheitliche Entwicklung und Prognosen bei Stickoxiden

Bei Stickstoffdioxid (NO2) traten in den Jahren 2009–2011 Überschreitungen der Grenzwerte vorwiegend in Großstädten und in der Nähe stark befahrener Straßen auf. An 15 Prozent aller Messstellen wurde der Grenzwert für den Jahresmittelwert überschritten. Der langjährige Trend ist uneinheitlich. In den Jahren vor 2000 hatten die Immissionen durch NO2 an verkehrsnahen Standorten bereits abgenommen, stiegen zwischen 2000 und 2006 wieder an und gingen nach 2006 wieder zurück, bei NOx stark, bei NO2 leicht. Für die nationalen NOx-Emissionen wird ein weiterer Emissionsrückgang prognostiziert, der davon abhängt, ob die neuesten EURO-Abgasgrenzwerte auch im Realbetrieb die erwarteten Wirkungen zeigen. Wegen des steigenden Anteils von NO2 im KFZ-Abgas werden die NO2-Immissionen nicht im gleichen Ausmaß wie die NOx-Emissionen abnehmen.

Schwefelbelastungen seit 1990 um 75 Prozent …

Bei SO2 traten Überschreitungen der Grenzwerte in den Jahren 2009–2011 sehr selten und nur in der Nähe einzelner Industriebetriebe auf. Die SO2-Belastung ging in den letzten 20 Jahren in Österreich deutlich zurück, wozu Emissionsminderungen in Österreich und in den östlichen Nachbarstaaten beigetragen haben. Die österreichische Luftschadstoffinventur weist von 1990 bis 2011 einen Rückgang der SO2-Emissionen um 75 Prozent auf. Dazu haben Entschwefelungsanlagen bei Kraftwerken und in der Industrie, Beschränkungen des Schwefelgehalts in Brenn- und Kraftstoffen und die verstärkte Nutzung schwefelarmer Energieträger beigetragen. Künftig ist nur noch mit geringen Rückgängen der nationalen Emissionen zu rechnen.

… und bei Kohlenmonoxid um mehr als die Hälfte reduziert

Der Grenzwert für CO wurde 2010 und 2011 nur in Leoben/Donawitz überschritten. An den anderen Messstellen liegen die Konzentrationen deutlich unter dem Grenzwert. Die Belastung zeigt an fast allen Messstellen abnehmende Tendenz. Die Emissionen Österreichs sind seit 1990 um 58 Prozent gesunken, wozu alle Sektoren beigetragen haben. Für die kommenden Jahre rechnen die Experten des Bundesumweltamts mit einem weiteren Emissionsrückgang.

Bei den Grenzwerten für Benzol und Blei in der Luft traten keine Überschreitungen auf; die gemessenen Konzentrationen nehmen tendenziell ab. Die österreichischen Emissionen von Blei sind seit 1990 um 93 Prozent gesunken.

Der Zielwert für Benzo(a)pyren wurde in den Jahren 2009 bis 2011 nur an wenigen Messstellen überschritten. Die Hauptquelle für Benzo(a)pyren ist die Holzverbrennung in Einzelöfen. Die Belastungen zeigen laut Bericht keinen Trend.

Die Zielwerte für Arsen, Cadmium und Nickel in PM10 wurden in den Jahren 2009 bis 2011 überall eingehalten. Leicht erhöhte Belastungen mit tendenziell abnehmendem Trend treten an einzelnen Industriestandorten auf.

In den Jahren 2009–2011 wurden die Grenzwerte für den Staubniederschlag und für Blei im Staubniederschlag im Nahbereich einiger industrieller Emittenten (Donawitz, Brixlegg) überschritten, in Arnoldstein auch der Grenzwert für Cadmium im Staubniederschlag.

Die Landeshauptleute haben zur Einhaltung der Luftschadstoff–Grenzwerte (in der Praxis insbesondere für PM10 und NO2) viele verschiedene Maßnahmen gesetzt (Geschwindigkeitsbegrenzungen, Nachtfahrverbot, sektorales Fahrverbot, Fahrverbote für ältere LKW, Verbot von Heizöl leicht und bestimmter Streumittel, Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie Emissionsminderungen in Bauwirtschaft und Industrie. Die detaillierte Beurteilung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist schwierig, Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen haben zu einer klaren Verminderung der Schadstoffbelastung geführt, liest man im Immissionsschutzbericht Luft.

PA Parlament/IS, springermedizin.at

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