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Gesundheitspolitik 22. April 2013

Korneuburger Grundwasser: Neuer Pestizid-Metabolit bestätigt

Ärztin warnt vor Nutzung des Korneuburger Grundwassers.

Auf Anfrage der Bürgerinitiative PRO REINES WASSER bestätigte die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg, dass ein weiterer unbekannter, noch nicht identifizierter Pestizid-Metabolit im Grundwasser vorliegt.

"GLOBAL 2000 erhielt bereits Anfang März von einem privaten Untersuchungslabor den Hinweis auf 'große Mengen eines nicht identifizierten Metaboliten' und informierte die Stadt Korneuburg", sagt DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000.

"Pestizid-Metaboliten sind Abbauprodukte von Pestiziden und können eine vergleichbare oder auch höhere Giftigkeit aufweisen als das Pestizid, aus dem sie entstanden sind; manche sind auch krebserregend. "Dass nun, sieben Monate nachdem GLOBAL 2000 und der "ORF Schauplatz" die BH über Clopyralid und anderen Chemikalien im Korneuburger Grundwasser informiert hatten, der Umfang der Grundwasserkontamination noch immer nicht aufgeklärt worden ist, grenzt meines Erachtens an Fahrlässigkeit."

Die Bezirksärztevertreterin von Korneuburg, Frau Dr. Martina Hasenhündl: "Von einer Nutzung dieses Wassers ist aus Sicht des Gesundheitsschutzes dringend abzuraten!

Denn jetzt steht auch fest, dass das umstrittene AGES-Gutachten, welches trotz 100- bis 1000-facher Überschreitung des Pestizidgrenzwerts dem kontaminierten Grundwasser gesundheitliche Unbedenklichkeit attestiert hatte, auf unrichtigen weil unvollständigen Annahmen zur Schadstoffbelastung basiert. Leider wurde dieses Gutachten Anfang des Jahres vom Amtsarzt der BH trotz der von mir geäußerten Bedenken an die im Bezirk niedergelassenen Kinderärzte und Praktischen Ärzte verschickt!"

Matthias Schabl von der Bürgerinitiative PRO REINES WASSER ist empört: "Wir sind es leid, uns alle halben Jahre durch neue Hiobsbotschaften überraschen zu lassen; wir wollen endlich Klarheit, was alles in unserem Wasser noch drin ist. In den kommenden Tagen und Wochen beginnen die Menschen in Korneuburg und Bisamberg, ihre Schwimmbecken zu befüllen, Kinder werden darin plantschen. Wir befürchten, dass Menschen im Vertrauen auf das behördliche Gutachten das kontaminierte und kostenlose Grundwassers dem teuren Leitungswasser vorziehen werden. Nicht auszudenken, wenn wir irgendwann in Zukunft erkennen müssten, dass unser Wasser gesundheitsschädlich oder gar krebserregend war!"

Die Bürgerinitiative und GLOBAL 2000 fordern daher eindringlich:

  1. Die BH muss die Bevölkerung aus Gründen des vorsorglichen Gesundheitsschutzes vor einer Nutzung des Grundwassers deutlich und sichtbar warnen (Mitteilungen auf der Homepage der BH reichen nicht aus)
  2. Die BH muss die niedergelassenen Ärzte informieren, dass die Angaben, aufgrund derer die AGES ihr Unbedenklichkeitsgutachten erstellte, unvollständig waren, und das Gutachten daher nicht auf das Korneuburger Grundwasser zutrifft.
  3. Die Gemeinden von Korneuburg und Bisamberg können in Anbetracht des anhaltenden Versagens der Behörden nicht länger untätig bleiben. Wir fordern die Finazierung einer unabhängigen Untersuchung des Grundwassers unter Federführung von ExpertInnen der Umweltschutzorgansation GLOBAL 2000 an einem hierfür spezialisiertes Untersuchungslabor.

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