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Gesundheitspolitik 18. April 2013

Umfrage zur HPV-Kampagne 2012

Gynäkologinnen und Gynäkologen würden impfen.

Die OEGGG führte im Rahmen der HPV-Kampagne 2012 eine Onlinebefragung unter Gynäkologinnen und Gynäkologen durch. Die Ergebnisse – 70 Prozent sind von der HPV-Impfung überzeugt und empfehlen diese ihren Patientinnen und knapp 85 Prozent führten die Impfung bei ihren eigenen Kindern – auch Buben – durch.

In Österreich sterben jährlich 195 Frauen an Zervixkarzinom. Dieses wird fast ausschließlich durch Humane Papilloma Viren (HPV) hervorgerufen. Die Statistik Austria geht von einer jährlichen Neuinfektionsrate von 472 Frauen aus, in Europa liegt diese Zahl bei 33.000. Fest steht, dass für österreichische Frauen das Risiko „Tod durch Zervixkarzinom“ größer ist als das Risiko „Tod im Straßenverkehr“ – 2011 starben 153 Frauen an Zervixkarzinom und 138 Frauen als Folge von Straßenverkehrsunfällen (Statistik Austria).

Todesfälle sind jedoch nur die sichtbare Spitze des Eisberges, die hohe Zahl der therapiepflichtigen Erkrankungen (oft auch mit negativen Langzeitfolgen) spielt eine viel größere Rolle. Bei auffälligen PAP-Abstrichen (PAP IIID) ist oft eine Konisation notwendig, um eine Folgekrebserkrankung zu verhindern. Davon sind jährlich bis zu 6.000 meist junge Frauen betroffen. „Die möglichen negativen Folgen des Eingriffs sind ein erhöhtes Risiko für Früh- oder Fehlgeburten für die nachfolgenden Schwangerschaften. Damit stellt die Infektion mit HPV auch eine enorme psychische Belastung dar“, erklärt Dr. Christian Marth, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG).

Zentrale Ergebnisse der Online-Befragung

Mittels einer Online-Befragung wurden insgesamt 197 österreichische Gynäkologinnen und Gynäkologen zur HPV-Kampagne befragt. 70 Prozent der Befragten beurteilen die HPV-Kampagne 2012 als gut bzw. sehr gut. Genau diese 70 Prozent der Ärzte empfehlen eine HPV-Impfung auch weiter und sprechen auch Patientinnen ungefragt darauf an.

Mehr als 80 Prozent fordern ihre Patientinnen nach einem positiven PAP-Abstrich bzw. Krebsabstrich auf, eine HPV-Impfung durchführen zu lassen. Dreiviertel aller Fachärzte bieten ihren Patientinnen die HPV-Impfung bis zu ihrem 45. Geburtstag an.

Ein erklärtes Ziel der OEGGG ist es, vor allem Mädchen und Buben vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr für eine HPV-Impfung zu gewinnen. Nachdem sich fast 70 Prozent der sexuell aktiven Menschen, meistens durch Geschlechtsverkehr, einmal in ihrem Leben mit genitalen HP-Viren infizieren, kommen der primären (HPV-Impfung) und der sekundären (PAP-Screening) Prävention eine außerordentliche Rolle zu.

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