zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 11. April 2013

"Meine Medizin": App für mehr Therapiesicherheit

Zwei wesentliche Partner im Gesundheitssystem fördern die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten und bieten eine Lösung für eine höhere Therapietreue: Die App "Meine Medizin", ein gemeinsames Projekt des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) und der Wiener Ärztekammer, unterstützt die individuelle Verwaltung der Medikamente.

Pharmig-Präsident Robin Rumler sieht in der App einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der individuellen Gesundheitskompetenz: "Dem Konzept der Health Literacy entsprechend fördern wir mit dieser App die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Patientinnen und Patienten." Es gehe darum, Patienten zu befähigen, ihren Gesundheitszustand betreffende Informationen zu beschaffen, zu verstehen und anzuwenden.

Das Smartphone stellt dabei ein wesentliches Kommunikationsinstrument dar, so Rumler: "Laut einer repräsentativen, österreichweiten Umfrage besitzen 92 Prozent der Österreicher ein Handy. 69 Prozent aller verwendeten Handys sind heute bereits Smartphones. Im Jahr 2011 waren es noch etwa 56 Prozent. 85 Prozent der mobilen Internet-User laden Apps. Der Trend ist also eindeutig, und damit ist auch eine immer stärkere Nutzung von Apps zu erwarten."

Für Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres stellt die App einen entscheidenden Mehrwert für die Patientinnen und Patienten dar: "Für eine erfolgreiche Therapie ist eine gewissenhafte und genaue Einnahme der Medikamente sehr wichtig. Die App schafft die ideale Voraussetzung dafür und ist deshalb eine wichtige Unterstützung."

Wichtige Informationsquelle

Mit "Meine Medizin" können Nutzer einfach und jederzeit relevante Gesundheitsdaten selbst generieren, sammeln und bei Bedarf ihrem Arzt oder ihren Angehörigen verfügbar machen. Zentrale Elemente sind dabei die Verlaufsübersicht über die Medikamenteneinnahme und die Erinnerungsfunktion. Sie sollen die Compliance, also die Therapietreue der Patientinnen und Patienten und damit die Wirksamkeit der von den Ärztinnen und Ärzten verordneten Medikamente, erhöhen.

"Die wirksamste Therapie nutzt nichts, wenn der Patient auf die Einnahme des Arzneimittels vergisst", sagt Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber, zur Bedeutung der Compliance. Um das Projekt Patientenapp sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Ärztinnen und Ärzte mit dem größtmöglichen Nutzen zu versehen, erfolgte die Realisierung in Kooperation mit der Ärztekammer für Wien - "eine zukunftsweisende Kooperation zum Wohl der Patientinnen und Patienten", wie Huber betont.

Die App bietet die Möglichkeit, alle Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, die regelmäßig eingenommen werden, einzutragen, abzufotografieren und zu speichern. Die Medikamentenliste kann exportiert und - falls gewünscht - an den behandelnden Arzt gemailt werden. Dadurch lassen sich auch etwaige Wechselwirkungen erkennen.

"Durch die App verschafft sich der Patient einen guten Überblick, aber auch für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist es eine gute Informationsquelle und hilft beim Beratungsgespräch in der Ordination", ergänzt Ärztekammer-Vizepräsident und Niedergelassenen-Kurienobmann Johannes Steinhart. Er sieht vor allem die integrierte Arztsuche, die es ermöglicht, auch unterwegs die richtige Ärztin oder den richtigen Arzt für seine Beschwerden zu finden, als wesentlichen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten.

Die App "Meine Medizin" ist ab sofort gratis im App Store und auf Google Play erhältlich.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben