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Gesundheitspolitik 3. April 2013

Fixierung von Patienten: Einigung über Verbesserungen in Vorarlberg

Die IfS-Patientenanwaltschaft und die Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft KHBG einigen sich über weitere Verbesserungen.

In einem kurzfristig anberaumten konstruktiven Termin konnte Einigung zwischen IfS-Patientenanwalt Mag. Christian Fehr und Dir. Dr. Gerald Fleisch (KHBG) über das zukünftige Vorgehen bei Fixierungsmaßnahmen erzielt werden.

 

Grundsätzlich wurde festgehalten, dass das Landeskrankenhaus Rankweil auf Basis der bisherigen anerkannten Personalbedarfsberechnungen über ausreichend Personal verfügt und auch bei der Rekrutierung der MitarbeiterInnen erfolgreich ist. Allerdings bedingt die Zunahme an besonders pflegebedürftigen PatientInnen vermehrt Belastungsspitzen für die Mitarbeiter.

In Einzelfällen mussten – vor allem zum Schutz der PatientenInnen – freiheitsbeschränkende Maßnahmen kurzfristig verlängert werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurden und werden mit Hilfe der IfS-Patientenanwaltschaft einige Maßnahmen gesetzt.


In den vergangenen Jahren wurden z.B. Standards zur Sturzprophylaxe erarbeitet, Klingelmatten und Niedrigbetten installiert. Zudem wurde vermehrt der elektronische Weglaufschutz verwendet und das Personal speziell für den Umgang mit desorientierten PatientInnen mit demenziellem Hintergrund geschult.

Mittelfristig soll nunmehr eine flexiblere Bettenbelegung verhindern, dass Belastungsspitzen zu übergebührlichen Anhaltungsmaßnahmen führen. Dazu sollen Personalanhaltszahlen erarbeitet werden, um im Dienstplan entsprechend auf die zunehmende Anforderung an das Personal reagieren zu können.

Rasche Umsetzung gefordert

Seitens der IfS-Patientenanwaltschaft wird deponiert, dass auch die langfristigen Konzepte für die psychiatrische Versorgung am LKH Rankweil befürwortet werden. Die Patientenanwaltschaft fordert eine raschestmögliche Umsetzung. Dabei sind für den gerontopsychiatrischen Bereich mehrere Stationen mit zusätzlichen Außenräumen vorgesehen, um desorientierte PatientInnen besser beaufsichtigen zu können.
Das klinische Personal des Landeskrankenhauses Rankweil wird weiterhin versuchen, mit höchstem Engagement gemeinsam mit der Patientenanwaltschaft die jeweils bestmögliche Situation für PatientInnen und MitarbeiterInnen anzustreben.

Lesen Sie zum brisanten Thema auch die aktuellen Standpunkte zum Thema freiheitsentziehende Maßnahmen: Wenn Fürsorge fesselt mit Statements von

  • Prof. Dr. Andrea Berzlanovich, Fachbereich Forensische Gerontologie, Medizinische Universität Wien, Department für Gerichtsmedizin,
  • Dr. Stefan Dinges, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Recht in der Medizin der UniWien, Ethikberater sowie  
  • Sonja Paulesich, DGKS, Fachaufsicht, Volkshilfe Wien.

PA von IfS-Patientenanwaltschaft Institut für Sozialdienste Vorarlberg und Vorarlberger Landeskrankenhäuser, springermedizin.at

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