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Gesundheitspolitik 20. März 2013

Optometristen fordern ein neues Gesundheitssystem

Augenoptiker und Optometristen plädieren für ein Gesundheitssystem neu statt Wacheln mit dem Leichentuch.

Falsche Abrechnungen und Ärzte, die ihr erworbenes Wissen nicht umsetzen, schaden dem Gesundheitssystem. Es krankt, erleidet Millionenschäden. Das von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanzierte System ist teuer, starr und verkrustet. Kommerzialrat Anton Koller, Fachgruppenobmann der Fachgruppe Wien der Gesundheitsberufe fordert ein neues und wirtschaftlich effizienteres Gesundheitssystem. Leistungserbringer sollen ausschließlich jene Tätigkeiten ausführen, für die sie ausgebildet wurden.

 

Es beginnt bei der Ausbildung von Medizinern und endet bei den Apothekern. Unser Gesundheitssystem verlangt z. B. die Konsultation eines Allgemeinmediziners. Nach langer und intensiver Ausbildung stellt dieser Überweisungen aus und ordnet dem System zu. Ähnlich ergeht es Apothekern. Gemäß Rezept händigen sie Medikamente aus. Stehen vom Volk bezahlte Ausbildungen, erworbenes Wissen und ärztliche Leistungen wirklich in einem sinnvollen Verhältnis? Ausbildungszeiten sind extrem lang, Lebensarbeitszeiten hingegen relativ kurz. Passt das erworbene Wissen zu dem vom Sozialstaat vorgeschriebenen Leistungskatalog des praktizierenden Arztes? Berücksichtigt man den angeblichen Ärztemangel, so A. Koller, wäre die Verlagerung von Gatekeeper-Funktionen sinnvoller. Diese könnten durch diplomiertes Pflegepersonal und gut ausgebildete Fachkräfte ausgefüllt werden. Würden Augenoptikermeister und Optometristen entsprechend ihrer Ausbildung Sehbehelfe verordnen, könnten sich Augenärzte jenen medizinischen Tätigkeiten widmen, für die sie ausgebildet wurden.

Optometriesten: Vorherrschendes Ärztemonopol

Koller fordert eine leistungsgerechte Verteilung und Erweiterung der Ausbildungen. Das vorherrschende Ärztemonopol schränkt viele Möglichkeiten ein. Wir brauchen dringend die Anerkennung und Vernetzung aller Expertengruppen. Vorhandenes Potenzial bleibt sonst ungenutzt und die Kosten unseres Gesundheitssystems explodieren weiter.

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