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Erste positive Bilanz zur Erstversorgung im Wilhelminenspital.
 
Gesundheitspolitik 11. März 2013

Emergency Room im Wilhelminenspital - positive erste Bilanz

Wiener Spitalskonzept 2030 bringt "Emergency Room"-Konzept für alle Wiener Schwerpunktspitäler.

 
Nach dem Krankenhaus Hietzing gibt es nun auch seit Herbst 2012 in der neu errichteten Notaufnahme des Wilhelminenspitals eine moderne Erstversorgung. "Wien steht für die bestmögliche medizinische Versorgung, das gilt auch für die Notaufnahmen.

 

Mit dem Wiener Spitalskonzept 2030 werden in allen Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes die Erstversorgungseinrichtungen ausgebaut. Somit wird es in Zukunft für jedes Krankenhaus eine zentrale Anlaufstelle für alle PatientInnen geben. Die ersten positiven Erfahrungen zeigen: Die neue Erstversorgung bringt für die PatientInnen eine raschere Diagnostik und kürzere Wartezeiten. Gleichzeitig werden andere Abteilungen und Stationen entlastet", betont Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely.

"Emergency Rooms" sorgen für schnelle Diagnose und Therapie

Die in nur acht Monaten Bauzeit errichtete Notaufnahme im Wilhelminenspital ist seit 150 Tagen in Betrieb. Sie entspricht in Größe und Ausstattung den Anforderungen einer umfassenden Erstversorgung. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren seit Jahren steigende PatientInnenzahlen und der Anspruch, eine moderne und fachgerechte Versorgung von NotfallpatientInnen noch besser zu gewährleisten. "Die Erstversorgung ist die zentrale Drehscheibe eines Spitals in der Versorgung von AkutpatientInnen. Diese müssen nicht mehr in die Stationen kommen, sondern die FachärztInnen kommen zu ihnen", skizziert die Leiterin des Medizinmanagements, Susanne Drapalik, die Vorteile.

Erstversorgung ist wichtig bei akuten Krankheitsbildern

Der Aufgabenbereich einer Erstversorgung liegt in der Akutversorgung von RettungspatientInnen sowie von PatientInnen, die selbst die Erstversorgung aufsuchen. Diese werden nach Dringlichkeit gereiht, untersucht und erhalten - wenn notwendig - rasch eine Therapie oder werden stationär aufgenommen. "Die Erstversorgung spielt eine wichtige Rolle in der modernen Versorgung von akuten Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Schlaganfall und Herzinfarkt. Die Erkrankungen müssen möglichst schnell diagnostiziert werden, um die PatientInnen rasch therapieren zu können. Aufgaben, die am besten in der Erstversorgung durchgeführt werden können", so Barbara Hörnlein, Direktorin des Wilhelminenspitals.

Eine effizientere und raschere PatientInnenversorgung gehört zu den wichtigsten Konzepten der neuen Erstversorgung im Wilhelminspital. Dazu zählt etwa auch die Interdisziplinarität. Denn in der neuen Erstversorgung werden nicht nur - wie bisher - internistische, sondern fächerübergreifend PatientInnen mit den unterschiedlichsten Erkrankungen medizinisch versorgt. Sie ist - mit Ausnahme von unfallchirurgischen PatientInnen, Kindern sowie Hochschwangeren - erste Anlaufstelle für alle PatientInnen mit akuten Beschwerden. Sämtliche fachärztliche Untersuchungen finden direkt in der Erstversorgung statt. Die räumliche Nähe zum Röntgen garantiert kurze Transportzeiten und raschere Ergebnisse.

Ermöglicht werden diese Leistungen im Wilhelminenspital durch ein Team von 22 ÄrztInnen aus verschiedenen Fachbereichen, 26 Pflegekräften und zwei Abteilungshelfer-Innen, drei Trägern und fünf StationssekretärInnen. Um die Wichtigkeit dieser Einrichtung zu betonen, wird ein Departement mit einer eigenen LeiterIn eingerichtet. 

Besuch der Erstaufnahmen steigt kontinuierlich

Seit 2005 sind die Besuche in den Erstversorgungen der KAV-Spitäler kontinuierlich von etwa 200.000 auf 250.000 angestiegen. Allein im Wilhelminenspital wurden im vergangenen Jahr rund 37.000 PatientInnen in der Notaufnahme versorgt. Das sind um 2.700 mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Anzahl der stationär aufgenommen PatientInnen blieb im Gegensatz dazu im Wilhelminenspital weitgehend konstant bzw. ging KAV-weit sogar zurück.

Erfahrungen fließen in Planungen des Krankenhauses Nord ein

Die Erfahrungen, die in den Erstversorgungen Hietzing und Wilhelminenspital gemacht werden, fließen in die Planungen für die neue Erstversorgung des Krankenhauses Nord ein, das 2016 seinen Vollbetrieb aufnehmen wird.

Die ersten Ergebnisse aus dem Krankenhaus Hietzing, wo das Projekt seit September läuft, zeigen bereits Erfolge: Trotz steigender ambulanter PatientInnenzahlen - insbesondere in den Wintermonaten - blieben die stationären Aufnahmen stabil. "Das bedeutet, dass die Steigerung des PatientInnenaufkommens fast zur Gänze durch die Erstversorgung abgefangen werden konnte", so Drapalik abschließend.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Nutzfläche: 1.572 m2
  • Projektdauer: 18 Monate
  • Bauzeit: 8 Monate
  • Gesamtkosten: 6,6 Millionen Euro (Projekt & Außenanlage)
  • 4 Zweibettzimmer
  • 12 Untersuchungs- und Behandlungsräume

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