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Vergleich Turnusärzte mit Pflegekräften empört Ärztekammer.
 
Gesundheitspolitik 28. Februar 2013

Turnusärzte sind keine billigen Systemerhalter

Empörte Reaktion der Ärztekammer auf Gespag-Aussage.

Auf die Aussage von Gespag-Vorstandsmitglied Harald Geck im jüngsten ORF-"Report", wonach Turnusärzte zwar "gleich wertvoll" wie diplomiertes Pflegepersonal seien, aber etwas weniger kosten würden, gibt es eine empörte Reaktion aus der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK).

 

"Es sind Aussagen wie diese, die junge Kolleginnen und Kollegen davon abhalten, ihren Turnus in Österreich zu machen. Geck degradiert Turnusärzte zu billigen Systemerhaltern", brachte Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der ÖÄK und Obmann der Sektion Turnusärzte, die Kritik am Donnerstag in einer Presseaussendung auf den Punkt. Es liege ihm fern, die Leistungen des Pflegepersonals zu schmälern, so Kornhäusl weiter, aber: "Hier wird versucht, zwei Berufe gleichzumachen, die in Ausbildung und Berufsbild völlig unterschiedlich sind. Es wird suggeriert, dass Turnusärzte billiges, akademisch ausgebildetes Pflegepersonal sind, und dagegen verwehren wir uns", betonte Kornhäusl.

Unbesetzte Turnusstellen

Dass es vor diesem Hintergrund immer öfter unbesetzte Turnusstellen gebe, sei nicht weiter verwunderlich, ergänzte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Harald Mayer: "Die jungen Kolleginnen und Kollegen suchen ihr Glück nach Studienabschluss im Ausland, weil sie direkt mit der Facharztausbildung beginnen können und zudem attraktivere Arbeitsbedingungen vorfinden. Wenn hierzulande nicht bald ein Umdenken stattfindet, wird es ein böses Erwachen geben", warnte Mayer. Konkret müsse dann mit einem Ärztemangel sowohl in den Spitälern als auch speziell in den Niederlassungen am Land gerechnet werden. Mayer: "Derzeit gibt es noch genug Ärzte, aber die Anzeichen für einen drohenden Ärztemangel sind nicht zu übersehen." Erste Schritte zur Vorbeugung: attraktivere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, dazu eine Reform bzw. Aufwertung des Turnus und eine verpflichtende, mindestens einjährige Lehrpraxis, so Mayer und Kornhäusl abschließend.

  • Frau Mag. Jutta Oberweger, 28.02.2013 um 17:15:

    „Die Fragestellung an Dr. Geck im von der Ärztekammer angesprochenen Fernsehbeitrag in der Sendung „Report“ vom Dienstag, dem 26.2.2013 war die Frage nach den Kosten und nicht nach dem Einkommen der Turnusärzte. In Summe verursachen die TurnusärztInnen natürlich niedrigere Kosten als die Pflegefachkräfte. Die gespag beschäftigt ja wesentlich weniger TurnusärztInnen als Pflegefachkräfte. Daher war diese Aussage völlig korrekt und keinerlei Ausdruck einer geringeren Wertschätzung dieser Berufsgruppe gegenüber.

    Selbstverständlich haben TurnusärztInnen auch in der gespag ein wesentlich höheres Einkommen als diplomierte Pflegefachkräfte, aber das war wie gesagt nicht die Fragestellung der Redakteurin.
    Zu Veranschaulichung darf ich ein Beispiel nennen:
    Eine DGKS verdient in der gespag nach 10 (!!) Dienstjahren € 2.372, wohin ein Turnusarzt von Beginn an ein Grundgehalt von € 2.671 hat. Dazu kommen € 186 pro Dienst.

    Mag. Jutta Oberweger, Pressesprecherin der gespag“

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