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© Jan Woitas


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Dr. Franz Schramm

Dr. Franz Schramm
Arzt für Allgemeinmedizin, Präsident der Medizinischen Gesellschaft für OÖ, Mitglied des Projektteams zur Errichtung einer Medizinischen Fakultät in Linz
© Clara Schramm

"Jene Mediziner ausbilden, die nach dem Studium tatsächlich in der Krankenversorgung tätig sind."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Prof. Rudolf Mallinger
Geschäftsführer der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Errichtungsgesellschaft m.b.H.
© NFB

"Wegbereiter für innovative, gesellschaftlich relevante Lehr- und Forschungsbereiche im Medizin- und Gesundheitswesen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Prof. DDr. Alfred Pritz
Rektor der Sigmund Freud Privat Universität
© SFU

"Respektvoller Umgang mit Patienten im Sinne hoher Professionalität und Empathie."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Gesundheitspolitik 28. Februar 2013

Standpunkte: Neue medizinische Ausbildungsstätten

In Linz, Krems und Klagenfurt werden – geht es nach den Wünschen der Projektbetreiber und Landespolitiker – in den kommenden Jahren neue Medizinuniversitäten entstehen.

Fehlende Studienplätze sind eine wesentliche Ursache für den Nachwuchsmangel in der Ärzteschaft. Knapp 15.000 junge Menschen studieren derzeit in Österreich Medizin, 1.500 werden neu zugelassen. Dieses Angebot wird – auch wegen der starken Abwanderung der Absolventen – mittelfristig nicht reichen, um den Bedarf zu decken und eine flächendeckende Versorgung der Patienten sicherzustellen. Das betrifft in besonderem Maß jene Regionen, die von den vier derzeit bestehenden medizinischen Ausbildungsstätten in Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg weiter entfernt sind. Viele Studierende haben während des Studiums ihr Privatleben am Studienort neu geordnet und wollen in der Folge nicht mehr weg, solange vor Ort eine entsprechende Nachfrage gegeben ist. Warum also nicht umgekehrt? Warum sollten nicht die Ausbildungsstätten zu den potenziellen Studierenden kommen? Drei neue Projekte wollen in den kommenden Monaten oder Jahren diesen Schritt wagen: Neben der öffentlich viel diskutierten Medizin-Fakultät in Linz sind das die „Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften“ in Krems und ein Ableger der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Klagenfurt. Insgesamt sollen an den drei Hochschulen knapp 400 Anfängerstudienplätze angeboten werden. Außerhalb soll in Bozen eine „Medical School“ für eine länderübergreifende Ärzteausbildung zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino entstehen.

Versorgungswirksame Ärzte

Linz hat mit seiner medizinischen Infrastruktur schon jetzt beste Voraussetzungen für die klinische Lehre. Durch den Zusammenschluss von AKH, Landesfrauen- und Kinderklinik sowie der Landesnervenklinik soll eine moderne Universitätskrankenanstalt gebildet werden. Die Ordensspitäler sind als Partnerkrankenanstalten vorgesehen. Als Fakultät der Johannes Kepler Universität ist das Projekt in ein hervorragendes Lehr- und Forschungsumfeld eingebunden und kann auch zahlreiche administrative Synergien nutzen.

Das Ziel ist die Ausbildung von versorgungswirksamen Ärzten. Es sollen Mediziner ausgebildet werden, welche nach dem Studium auch tatsächlich in der Krankenversorgung tätig sind. Dazu muss im Studium bereits das Arbeitsumfeld, also das Versorgungssystem vermittelt werden. Für das Curriculum ist daher ein hoher Public-Health-Anteil vorgesehen. Diese Sicht wird vom Lancet-Report bestätigt, der für das 21. Jahrhundert eine „system-based“ Medizinerausbildung fordert.

Aus diesem Lehrschwerpunkt ergibt sich auch der erste Forschungsschwerpunkt, die Versorgungsforschung. Als dritte Säule der medizinischen Forschung wird sie fakultätsübergreifend aufgebaut werden und wird erstmals in Österreich universitär breit verankert sein und für die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitssystems wesentliche Beiträge leisten. Bei der klinischen Forschung wird der Schwerpunkt auf der Altersforschung liegen, wodurch der WHO-Forderung nach vermehrten Studien bei älteren und multimorbiden Menschen nachgekommen wird. Die Forschungsschwerpunkte sind jedoch noch Gegenstand der Verhandlungen, weil dabei auch die österreichweite Schwerpunktsetzung zu berücksichtigen ist. Diese derzeit laufenden intensiven und konstruktiven Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien stimmen zuversichtlich, dass im Wintersemester 2014/15 die ersten Medizinstudenten in Linz starten werden. Gemäß Planungsannahme soll mit einem stufenweisen Aufbau der Fakultät nach sechs Jahren der Vollausbau mit 300 Studierenden pro Jahr erreicht werden.

Neue Generation von Ärzten

Unser Gesundheitssystem befindet sich in einem markanten Wandel: Die Bevölkerungszahlen wachsen und die Lebenserwartung wird kontinuierlich höher. Gleichzeitig erhöhen sich die Kosten für die medizinische und therapeutische Versorgung und der Bedarf an interdisziplinär geschulten Fachkräften in den Gesundheitswissenschaften sowie nach multiprofessionell ausgebildeten Ärzten steigt stetig. Gefragt sind medizinische und therapeutische Experten, die dieser Entwicklung gerecht werden: Sie sind auf höchstem Qualitätsniveau ausgebildet, kommunizieren und handeln fächerübergreifend – vor allem in Schnittstellenbereichen wie Medizintechnik und Gesundheitsökonomie – und verfügen über ausgeprägte soziale und wissenschaftliche Fähigkeiten.

Ziel der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KLPU) ist es, auf Basis eines integrativen und interdisziplinären Ansatzes eine neue Generation von Ärzten und Therapeuten auszubilden und eine nachhaltige Versorgung sicherzustellen. Unsere Studienarchitektur beinhaltet vier Bologna-konforme Studienrichtungen: das Bachelorstudium Health Sciences, das Masterstudium Humanmedizin, das Bachelorstudium Psychotherapie- und Beratungswissenschaften sowie das Masterstudium Neurorehabilitationswissenschaften. Über einen Universitätsklinikverbund zwischen St. Pölten, Krems und Tulln können wir eine qualitätsgesicherte, forschungsgeleitete Lehre sowie eine exzellente Forschung im klinischen Bereich garantieren.

Für die Planung und Realisierung zeichnet die KLPU Errichtungsgesellschaft m.b.H. verantwortlich, deren Träger die MedUni Wien, die Donau Universität Krems und die IMC Fachhochschule Krems sind. Zentrale Partner stellen die NÖ Landeskliniken Holding, die TU Wien, die Universität Basel sowie das Land Niederösterreich dar. Derzeit befindet sich das Projekt noch in einem laufenden Akkreditierungsverfahren. Geplanter Start am Campus Krems ist Herbst 2013. Im ersten Jahr wollen wir mit 65 Studierenden beginnen, im Vollausbau rechnen wir mit 540 Studierenden.

Ganzheitliche Orientierung

Beginnend mit Herbst 2014 soll am Hauptstandort Klagenfurt in enger Zusammenarbeit mit allen Kärntner Spitälern für 80 Studienanfänger pro Jahr ein Vollstudium der Humanmedizin angeboten werden, das den Schlusspunkt der mehrjährigen Konzeptionsarbeiten an einem zeitgemäßen, wissens- und kompetenzbasierten Curriculum für Humanmedizin bildet. Ergebnis ist ein praxisnaher, forschungsorientierter und patientenzentrierter Lehrplan nach dem Vorbild deutscher Reformstudiengänge, der in enger Zusammenarbeit mit der klinischen Praxis umgesetzt wird.

Ziel der Etablierung eines humanmedizinischen Vollstudiums in Kärnten ist es, eine Optimierung der medizinischen Versorgung im Raum Kärnten durch die Anbindung an universitäre Lehre, Ausbildung und Forschung nachhaltig zu erreichen. Die Integration von klinischer Praxis, Wissenschaft und Forschung ist ein Garant für die langfristige Qualitätssicherung der Patientenversorgung in Kärnten. Die Ansiedlung einer Fakultät für Medizin in Klagenfurt bewirkt auch die längst überfällige Verortung von naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung in Kärnten durch die Ansiedlung eines Life Science Research Instituts, in dem namhafte internationale Experten biomedizinische Grundlagenforschung betreiben werden.

Das Studium an der Fakultät für Humanmedizin Klagenfurt ist entsprechend der Bologna-Architektur in ein Bachelor- und ein Masterstudium gegliedert, die jeweils individuell für sich abgeschlossen werden können. Es handelt sich um ein modular aufgebautes System, das das Erkennen und die Therapie krankheitsbedingter Probleme des menschlichen Organismus in fächerübergreifenden Themenblöcken organisiert. Zentraler Bestandteil des Kompetenzprofils der Absolventen ist die Entwicklung eines respektvollen Umganges mit den Patienten im Sinne einer hohen Professionalität und Empathie. Diese zentralen Eigenschaften sollen zu einer umfassend kompetenten ärztlichen Grundhaltung führen, die von einer humanistisch-ganzheitlichen Orientierung ausgeht, die das Leitbild der Sigmund Freud Privatuniversität prägt.

V. Weilguni, Ärzte Woche 9/2013

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