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Gesundheitspolitik 14. Februar 2013

Drogensubstitution - Strafvollzug will bestehendes Modell beibehalten

Der Strafvollzug will das bestehende Substitutionsprogramm unter allen Umständen beibehalten. Vollzugsdirektor Peter Prechtl erteilt dem Vorstoß von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V), die die Substitutionsbehandlung in ihrer derzeitigen Form zur Diskussion gestellt hat, eine deutliche Absage. "Ich sehe für den Strafvollzug keinen Bedarf, unser Verhalten zu ändern", sagte Prechtl am Donnerstag gegenüber der APA.

Wird bei Insassen von Justizanstalten eine Suchtmittelabhängigkeit festgestellt, durchlaufen sie unter psychiatrischer Aufsicht eine Drogenersatz-Therapie. "Das funktioniert bei uns sehr gut und ist ein wesentliches Mittel für die spätere Resozialisierung. Ich halte das für eine Notwendigkeit", betonte Prechtl.

Allerdings möchte der Vollzugsdirektor mittelfristig das Substitutionsprogramm insofern vereinheitlichen, als zukünftig nur mehr Methadon als Ersatzstoff angeboten werden soll. Derzeit sind in Österreich auch Buprenorphin und retardierte Morphine zur Erhaltungstherapie zugelassen. In den Gefängnissen wird darauf geachtet, dass ausschließlich Präparate verwendet werden, die zumindest eine 24-stündige Wirkung aufweisen und somit nur einmal am Tag verabreicht werden müssen.

Ein umfassender Untersuchungsbericht zur Substitutionsbehandlung im österreichischen Strafvollzug ist bereits im Mai 2008 zum Schluss gekommen, dass "eine medikamentöse Substitutionsbehandlung in ausreichender Dosierung, gekoppelt an unterstützende psychosoziale Betreuung positive Auswirkungen auf den opiatabhängigen Patienten aufweist". Die medikamentöse Erhaltungstherapie "reduziert den illegalen Drogenkonsum und die damit einhergehende Beschaffungskriminalität, sowie das Risikoverhalten der Patienten in Bezug auf ansteckende Krankheiten wie HIV und Hepatitis", hielten die Studienautoren damals fest.

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