zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 14. Februar 2013

Drogensubstitution - Kritik an Mikl-Leitner-Vorstoß aus den Ländern

Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) hält den Vorstoß von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner im Zusammenhang mit der Drogensubstitution für "verantwortungslos". "Eine Abschaffung der Substitutionstherapie würde das Leben aller Betroffenen massiv gefährden, die Zahl der Drogentoten würde massiv steigen", ließ sie der APA auf Anfrage ausrichten.

Sie spreche sich klar dagegen aus, dass "auf dem Rücken von chronisch Erkrankten ein Wahlkampf ausgetragen wird", kritisierte Wehsely. Jeder Missbrauch bei der Vergabe von Ersatzstoffen müsse streng geahndet werden, was Aufgabe der Polizei sei. Ansonsten gelte: Welche Medikamente Patienten brauchen, sei Sache der Ärzte und nicht des Innenministeriums, betonte die Ressortchefin.

Überhaupt nichts von den Plänen der ÖVP-Innenministerin hält auch der Kärntner Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser (S). Auf APA-Anfrage erklärte Kaiser: "Das ist wohl mehr der populistische Versuch, eine Schlagzeile zu ergattern, denn verantwortungsvolle Politik." Sucht sei eine der gesellschaftlichen Entwicklung entstammende Krankheit und kein Verbrechen. Dementsprechend hätten suchtkranke Menschen das Recht auf medizinische Behandlung. Und diese erfolge im Bereich des Gesundheitswesens und nicht in der Polizei-Wachstube.

Kaiser forderte Mikl-Leitner auf, sich um die offenen Baustellen in ihrem Bereich zu kümmern und besser dafür zu sorgen, dass es genügend Polizistinnen und Polizisten gibt, die für mehr Schutz und Sicherheit sorgen, indem sie beispielsweise Drogendealern das Handwerk legen.

Für den Vorarlberger Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (V) ist die Drogen-Substitutionstherapie "generell eine gute Sache". Die Behandlung mit Methadon reduziere für Drogenkranke die gesundheitlichen Risiken und bringe Stabilität, sprach sich Bernhard für eine Fortführung aus.

Um die derzeitige Diskussion um die Therapie mit retardierten Morphinen sei er aber "sehr froh", so Bernhard. Es handle sich dabei um "brandgefährliche Substanzen", die die Abhängigkeit nicht reduzierten. Zudem gelangten viele dieser Ersatzmittel auf den Schwarzmarkt. Retardierte Morphine sollten laut Bernhard daher nur im engen Rahmen einer Unverträglichkeit verwendet werden, was auch den rechtlichen Bestimmungen entspreche.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben