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Gesundheitspolitik 13. Februar 2013

Grünewald: Drogenersatztherapien müssen beibehalten werden

Mit aller Schärfe weist der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald das Verlangen von Bundesministerin Mikl-Leitner nach Abschaffung der Drogenersatztherapie zugunsten eines Abstinenzprinzips zurück. "Die Vision einer von Drogen freien Gesellschaft ist eine Illusion von Vorvorgestern und geht massiv an der Realität vorbei. Suchtkranke sind oft Politoxikomanen, das heißt sie nehmen oft mehr als nur eine Substanz und jede Reduktion von Suchtmitteln ist bereits ein Erfolg. Ersatztherapien sind auch sicherer und ermöglichen vielfach auch Eingliederungen in den Arbeitsprozess", hält Grünewald der Innenministerin entgegen.

"Man unterscheidet schon längst nicht mehr zwischen harten und weichen Drogen. Heute spricht man von einem risikoreichen und risikoärmeren Konsum. Es kann und darf nicht sein dass Suchtkranke und ihre TherapeutInnen durch eine fachfremde Innenministerin ins gesundheitspolitische Mittelalter katapultiert werden", warnt Grünewald.

"Mikl-Leitner ignoriert wissend die Meinung, Erfahrung und das Fachwissen der überwiegenden Mehrzahl von ausgewiesenen ExpertInnen. Auch die Leiterin der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht Dagmar Hedrich ist mit ihren Fachleuten schon 2004 zum Schluss gekommen, dass Drogenkonsumräume für Schwerstabhängige ein Mehr an Sicherheit und professioneller Hilfe bieten und die Häufigkeit von Begleiterkrankungen und tödlichen Zwischenfällen reduzieren", sagt Grünewald.

"Im Innenressort gibt es genügend Baustellen um die sich die Ministerin kümmern sollte. Diese öffentliche Verunsicherung und Polemisierung durch völlig unhaltbare Thesen führt nur zu unverantwortlichen Vorurteilen gegenüber Kranken. Nicht nur Schuster sollten bei ihren Leisten bleiben auch die Frau Ministerin täte gut daran", meint Grünewald.

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