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Quelle: GÖG/FGÖ, nach Dahlgren und Whitehead (1991)).
Abb. 1: Determinanten von Gesundheit
 
Gesundheitspolitik 17. Jänner 2013

„Health in all policies“ für Kinder in Österreich

Die österreichische Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie: Der Kindergesundheitsdialog

Als im Frühjahr 2010 der Kindergesundheitsdialog gestartet wurde, war das Vorhaben ein großes: Wir wollten eine Strategie zur Verbesserung der Gesundheit aller Kinder in Österreich entwickeln. Wir wollten also nicht nur für die Kinder etwas erreichen, die krank sind und das Versorgungssystem brauchen, nicht nur dort nach Defiziten suchen und Lösungsvorschläge entwickeln, sondern wir wollten die Kinder in ihren vielfältigen Lebenszusammenhängen in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen. Dazu war es nötig, den Prozess der Strategieentwicklung so anzulegen, dass die verschiedenen Determinanten von Gesundheit betrachtet und berücksichtigt werden konnten (Abb. 1). Es sollten alle jene Sektoren mit einbezogen werden, in denen politische Entscheidungen fallen, die auf die Gesundheit der Kinder Einfluss nehmen. Unserem Verständnis nach ist Gesundheit als Querschnittsmaterie zu betrachten, folgerichtig brauchten wir eine „Health in all policies“ Strategie. Die Ausrichtung des Kindergesundheitsdialogs nach diesen Grundsätzen stellte in Österreich einen Paradigmenwechsel dar.

 

Es ist davon auszugehen, dass allenthalben daran gearbeitet wird, die gesellschaftliche Entwicklung in eine positive Richtung zu lenken. Jeder Bereich hat dabei seinen berechtigten Blickwinkel, seine historisch gewachsenen Strukturen und seine politischen Zwänge und Notwendigkeiten. Der sogenannte Gesundheitsbereich ist damit nur einer unter vielen, jener zwar, der sich das Thema „Gesundheit“ explizit auf die Fahnen geschrieben hat, aber bei weitem nicht der einzige, der daran arbeitet und die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen beeinflusst. Es ist von zentraler Bedeutung, dass es uns gelingt, uns untereinander auszutauschen und zusammen zu arbeiten. Die Form des Dialoges erschien uns dabei die einzig mögliche. Wenn wir den anderen zuhören, kann es unter Umständen gelingen, sie dazu zu bewegen, mit uns zu reden und uns zuzuhören.

Wir luden daher die verschiedenen Ministerien, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, ein, Vertreterinnen und Vertreter in den Dialog zu entsenden, außerdem die Sozialversicherung, die Bundesländer, die Fachgesellschaften aller Gesundheitsberufe, Vertreterinnen und Vertreter der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, des Netzwerks Kinderrechte und verschiedener Selbsthilfegruppen, außerdem das Bundesweite Netzwerk offene Jugendarbeit, die Elternvertreter und die Bundesjugendvertretung.

Selbstverständlich waren wir nicht die ersten, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Thema Kinder- und Jugendgesundheit befasst haben, lange vor uns sind Pläne gemacht worden und Berichte erstellt. Die Plattform politische Kindermedizin hat ebenso ihren Beitrag geleistet wie die Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und die „Kinderkommission“, ein Expertengremium zur Beratung des Bundesministers für Gesundheit, das aus Ärzten der verschiedenen kinderrelevanten Fachrichtungen bestand. In zahlreichen Projekten wurden die ersten Anfänge intersektoraler Zusammenarbeit erprobt, etwa beim Projekt „Gesunde Schule“ oder CEHAPE (Children’s Environment Health Action Plan for Europe).

Historisch betrachtet gab es einige Themen, zu denen viel Vorarbeit geleistet worden war, die aber noch immer ungelöst waren und die nun endlich einer Lösung zugeführt werden sollten. Wir haben daher bei der Bildung der Arbeitsgruppen darauf geachtet, dass diese Themen gut abgebildet wurden, außerdem wurden zu den beiden großen Bereichen Gesundheitsförderung und Versorgung, sowie dem wichtigen Thema „psychische Gesundheit“ eigene Arbeitsgruppen gebildet.

Der nächste Schritt war nun die eigentliche Experten-Arbeit. In 39 Sitzungen berieten insgesamt 180 Expertinnen und Experten ein Jahr lang zu den verschiedenen Themen. In dieser Zeit wurde intensiv gearbeitet, es wurden Ist-Analysen erstellt, Versorgungslücken identifiziert und Lösungsmöglichkeiten gefunden. Es wurde an Ansatzpunkten und Handlungsfeldern für psychische Gesundheit und Gesundheitsförderung im Lebensverlauf der Kinder gearbeitet, an defizitär scheinenden Versorgungsbereichen, an Bedarf und Qualitätsstandards für Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen, an Arzneimitteln für sie, und an dem wichtigen Thema „Risikoschwangerschaft, Risikogeburt und die Folgen“. Zu all diesen Themen wurde Evidenz zusammengetragen, in einigen Bereichen wurde an die Vorarbeiten angeknüpft.

Sehr schnell wurde klar, dass die Kinder und Jugendlichen heute von einer anderen Form der Morbidität betroffen sind als früher. Die Infektionskrankheiten haben durch Impfungen und Medikamente weitgehend ihren Schrecken verloren, dafür sind die Kinder und Jugendlichen in vielen Ländern heute mit einer „modernen Morbidität“ konfrontiert, zu der Lebensstilerkrankungen und chronische Entwicklungsbeeinträchtigungen gehören sowie psychosoziale Integrations- und Regulationsstörungen.

Diesen Erkrankungen muss verstärkt mit Gesundheitsförderung und Prävention begegnet werden, sie lassen sich wirksam verhindern, aber wenn sie denn erst entstanden sind, nur sehr schwer behandeln. In den ersten Lebensjahren lernen Kinder „gesunde“ oder „krankmachende“ Stressverarbeitung, ihre lebenslange Gesundheit wird zu dieser Zeit nachhaltig beeinflusst. Es muss daher mit Gesundheitsförderung und Prävention möglichst früh begonnen werden, Eltern sollten von Beginn an in ihren Kompetenzen unterstützt werden. Eine der wichtigsten Gesundheitsressourcen der Kinder sind gesunde Eltern und ist eine stabile und sichere Eltern-Kind-Beziehung. Expertinnen und Experten in mehreren Arbeitsgruppen haben uns auf das Konzept der „Frühen Hilfen“ hingewiesen (Tab. 1). Dabei verdichtete sich der Eindruck, dass wir uns die Erfahrungen, die damit in den letzten Jahren in Vorarlberg sowie verschiedenen europäischen und angloamerikanischen Ländern gemacht wurden, zunutze machen sollten. Als eine der ersten Umsetzungsmaßnahmen hat das Bundesministerium für Gesundheit daher die Gesundheit Österreich GmbH mit einer Grundlagenarbeit beauftragt, die die strukturellen und fachlichen Voraussetzungen zum Thema „Frühe Hilfen“ verbessern soll. Es wurden eine Feldanalyse und eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt, zum Wissenstransfer ist im November 2012 die Homepage www.fruehehilfen.at  online gegangen, im Herbst 2012 werden eine Reihe von Stakeholder-Workshops durchgeführt und nächstes Jahr wird in jedem Bundesland eine Veranstaltung zum Thema stattfinden. Den Abschlussbericht erwarten wir im Dezember 2013.

Die Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie

Aus den Ergebnissen aller sechs Arbeitsgruppen wurde ab April 2011 die österreichische Kindergesundheitsstrategie erarbeitet, mit einer Konsultationsrunde, der die Leiterinnen und Leiter sowie Vertreterinnen und Vertreter aller Arbeitsgruppen angehörten, noch einmal abgestimmt und schließlich im Herbst 2011 veröffentlicht. Parallel zum österreichischen Strategieentwicklungsprozess erarbeitete ein Expertengremium im Auftrag des Europarates eine Kinderrechte-basierte Leitlinie zur kinderfreundlichen Versorgung „Guidelines child friendly healthcare“, an der ich als Projektleiterin des Kindergesundheitsdialogs mitarbeiten konnte, sodass in optimaler Weise neueste Europäische Standards in den österreichischen Prozess einfließen konnten. Umgekehrt war für die europäischen Expertinnen und Experten der österreichische Kindergesundheitsdialog neuartig in seinem breiten interprofessionellen und intersektoralen Ansatz.

Im Herbst 2011 konnte schließlich die Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie veröffentlicht werden. Sie umfasst fünf Handlungsfelder und zwanzig Ziele (Tab. 2), die eine breite Palette von möglichen Ansatzpunkten für Verbesserungen bietet, einen umfangreichen Maßnahmenkatalog mit verschiedensten kurz- mittel- und langfristigen Maßnahmen. Bei einer so umfangreichen Strategie hängt die Umsetzung von vielen Einzelnen und in besonderem Ausmaß von der Zusammenarbeit der verschiedenen Sektoren ab. Es wurde daher auf Anregung mehrerer Arbeitsgruppen eine Koordinationsstelle für Kinder- und Jugendgesundheit in der Sektion III des Bundesministeriums für Gesundheit eingerichtet, die die Umsetzung der Strategie begleitet und sie weiter entwickeln soll. Sie pflegt und betreut den Informationsaustausch und die gute Zusammenarbeit mit den anderen Sektoren. Dafür wurde ihr ein intersektorales Umsetzungskomitee (Tab. 3) zur Seite gestellt. Außerdem soll sie, unterstützt von der Gesundheit Österreich GmbH, regelmäßig den Umsetzungsstand der Strategie erfassen und darstellen. Das Maßnahmen-update 2012 findet sich auf der Homepage des BMG im Schwerpunkt Kinder- und Jugendgesundheit und stellt den aktuellen Umsetzungsstand der Strategie dar. Erhoben wurden sowohl der aktuelle Stand der „alten“ Maßnahmen als auch „neue“ Maßnahmen zu den einzelnen Zielen der Strategie auf Bundes- bzw. Landesebene. Es zeigte sich, dass in manchen Bereichen mehr, in anderen weniger vorangegangen ist, aber insgesamt war der Schwung beachtlich, der durch den starken Fokus auf das Thema in den letzten Jahren entstanden ist. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Gesundheit Österreich GmbH etwa haben die Kinder- und Jugendgesundheit für 2012 zum Schwerpunktthema gemacht, in einigen Bereichen unsere Empfehlungen weiter bearbeitet. So wurde etwa im Herbst 2012 ein Rehabilitationsplan veröffentlicht, der sich an den Bedarfszahlen der GÖG Studie orientiert und die Überarbeitung der Qualitätsstandards vorsieht. In vielen Bundesländern wurden die Bemühungen um mehr Kooperation verstärkt und mancherorts wurde mit der Behebung einiger von der Strategie aufgezeigten Versorgungsdefizite begonnen. Das für Eltern kostenlose Kinderimpfkonzept konnte um eine Impfung gegen Pneumokokken und Meningokokken erweitert werden. Viele der von Kinderärztinnen und -ärzten verwendeten Arzneimittel sind für Kinder nicht zugelassen. Diese haben ein ungünstigeres Nebenwirkungs-Profil, darüber hinaus bewegen sich die Ärzte und Ärztinnen mit ihrer Verschreibung in einem rechtlichen Graubereich. Bereits 2007 ist die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Sicherheit von Arzneimitteln für Kinder und Jugendliche in Kraft getreten. Damit ist unmittelbar in Österreich geltendes Recht, dass Medikamente auf ihre Wirkung bei Kindern und Jugendlichen spezifisch beobachtet werden müssen. Die EU-Mitgliedsstaaten sind aufgerufen, geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und Jugendlichen zu setzen. Eine dieser Verbesserungen ist eine bessere Vernetzung von Forschungsstellen. Die Arbeitsgruppe Kinderarzneimittel hatte zum Ziel, eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung herbeizuführen. Das Konzept für das Forschungsnetzwerk Kinderarzneimittel konnte dabei so adaptiert werden, dass es nunmehr implementiert werden kann.

Bemerkenswert hoch sind in Österreich die Raten der Frühgeborenen und der Geburten durch Kaiserschnitt, wobei die Frühgeburtsrate inzwischen von der Statistik Austria deutlich nach unten revidiert wurde (von 10,7 auf 8,3%). Dennoch liegt Österreich damit europaweit an dritter Stelle, ebenso bei den Kaiserschnitt-Geburten. An diesen Themen wird weiter gearbeitet, konkrete Maßnahmenpakete dazu müssen erst noch geschnürt werden.

Auch an anderen Themen wird weiter gearbeitet, die Umsetzung der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie ist – ganz abgesehen von den Health in all Policies-Teilen nicht zuletzt bedingt durch die Struktur des österreichischen Gesundheitswesens, ein längerer Prozess. Wichtig ist, dass wir alle sachorientiert weiter arbeiten und jeder in seinem Wirkungsbereich weiter daran mitwirkt, das Bewusstsein für die speziellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu steigern. Dazu konnten wir mit Kindergesundheitsdialog und Strategie einen Beitrag leisten und wir konnten viele andere daran interessieren, das ebenfalls zu tun. Die konstruktiven Gedanken, die sich so viele Menschen gemeinsam über einen so langen Zeitraum gemacht haben, entfalten ihre Wirkung noch lange Zeit später und sind nun aus diesem Land nicht mehr wegzudenken.

1 Leiterin der Koordinationsstelle Kinder- und Jugendgesundheit in der Sektion III des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Zur Person
Dr. Veronika Wolschlager MPH
Koordination Kinder- und Jugendgesundheit
Sektion III Bundesministerium für Gesundheit
Radetzkystr. 2
1030 Wien
Tel: +43-1-71100-4278
Email:
Web: www.bmg.gv.at  
Schwerpunkt Kinder- und Jugendgesundheit
Tabelle 1 Frühe Hilfen
„Frühe Hilfen“ verstehen wir als ein Gesamtkonzept und Netzwerk von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung bzw. gezielten Frühintervention in der frühen Kindheit (Schwangerschaft bis Schuleintritt), die die spezifischen Lebenslagen und Ressourcen von Familien berücksichtigen. „Frühe Hilfen“ zielen darauf ab, Entwicklungsmöglichkeiten und Gesundheitschancen von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern und leisten damit einen relevanten Beitrag zu gesundheitlicher Chancengerechtigkeit.
Frühe Hilfen umfassen vielfältige sowohl allgemeine als auch spezifische, aufeinander bezogene und einander ergänzende Angebote und Maßnahmen, wobei der niederschwellige Zugang von zentraler Relevanz ist. Auf lokaler und regionaler Ebene sind Frühe Hilfen Unterstützungssysteme mit – von einer zentralen Stelle - koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder in der frühen Kindheit. Grundlegend sind Angebote, die sich an alle (werdenden) Eltern mit ihren Kindern im Sinne der Gesundheitsförderung richten (universelle/primäre Prävention). Darüber hinaus wenden sich Frühe Hilfen insbesondere an Familien in belasteten Situationen (selektive/sekundäre Prävention). Frühe Hilfen tragen in der Arbeit mit den Familien dazu bei, dass Ressourcen gestärkt und Belastungsfaktoren reduziert werden - und damit das Wohl und die Entwicklung des Kindes frühzeitig gefördert bzw. gesichert werden kann.
Frühe Hilfen basieren vor allem auf multiprofessioneller Kooperation, beziehen aber auch ehrenamtliches Engagement und die Stärkung sozialer Netzwerke von Familien mit ein. Zentral für die praktische Umsetzung Früher Hilfen ist deshalb eine – durch eine zentrale Stelle begleitete - enge Vernetzung und Kooperation von Institutionen und Angeboten aus den Bereichen der Schwangerschaftsberatung, der Elternbildung, des Gesundheitswesens, der interdisziplinären Frühförderung, der Kinder- und Jugendhilfe, der elementaren Bildung und weiterer sozialer Dienste. Frühe Hilfen haben dabei sowohl das Ziel, die flächendeckende Versorgung von Familien mit bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten voranzutreiben, als auch die Qualität der Versorgung zu verbessern.
(Quelle: Sabine Haas, Projektleiterin der Grundlagenarbeit zu Frühen Hilfen der Gesundheit Österreich GmbH)
Tabelle 2 Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie
Themenfeld 1: Gesellschaftlicher Rahmen
Ziel 1: Bewusstsein für spezielle Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen stärken
Ziel 2: Bewusstsein für die politikübergreifende Verantwortung für Gesundheit („Health in All Policies“) stärken
Themenfeld 2: Gesunder Start ins Leben
Ziel 3: Bei Schwangerschaft und Geburt die Basis für einen guten Start legen
Ziel 4: In der frühen Kindheit das Fundament für langfristige Gesundheit legen
Themenfeld 3: Gesunde Entwicklung
Ziel 5: Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen stärken
Ziel 6: Bildung als zentralen Einflussfaktor auf Gesundheit positiv nutzen
Ziel 7: Bewegung von Kindern und Jugendlichen ermöglichen und fördern
Ziel 8: Gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen fördern
Themenfeld 4: Gesundheitliche Chancengleichheit
Ziel 9: Gesundheitliche Chancengleichheit für sozial Benachteiligte fördern
Ziel 10: Chancengleichheit für gesundheitlich benachteiligte Kinder und Jugendliche fördern
Ziel 11: Früherkennung und gezielte Förderung bei Kindern und Jugendlichen verbessern
Themenfeld 5: Versorgung von kranken Kindern und Jugendlichen in spezifischen Bereichen
Ziel 12: Ambulante Erstversorgung optimieren und zu Tagesrandzeiten und am Wochenende verbessern
Ziel 13: Pädiatrische Kompetenz in der Notfallversorgung stärken
Ziel 14: Versorgung in Krankenhäusern kinderfreundlicher machen
Ziel 15: Versorgung in ausgewählten Bereichen verbessern (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik, Neuropädiatrie, Sozialpädiatrie)
Ziel 16: Integrierte Versorgung der „modernen Morbidität“ verbessern
Ziel 17: Neonatologische Versorgung an die geänderten demografischen Verhältnisse anpassen
Ziel 18: Angebot für Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen verbessern
Ziel 19: Pädiatrische Pflege sicherstellen sowie Kinderhospizarbeit und Palliative Care ausbauen
Ziel 20: Verfügbarkeit von kindgerechten Arzneimitteln verbessern
Tabelle 3 Intersektorales Umsetzungskomitee Kinder- und Jugendgesundheit
Das intersektorale Komitee dient der Umsetzung der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie. Es arbeitet operativ mit der Koordinationsstelle zusammen und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern einiger zentraler Entscheidungsträger zusammen:
  • BMG
  • BMUKK
  • BMASK
  • BMWFJ
  • BMLFUW
  • Sportressort des BMLVS
  • Bundesländer
  • Sozialversicherung
  • Bundesjugendvertretung
Einige relevante Stakeholder: (BojA, Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde)
Fazit für die Praxis
  • Kindergesundheitsdialog als Prozess zur Entwicklung der österreichischen Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie stellt einen Paradigmenwechsel dar.
  • Erstmals wurden Kinder in ihren vielfältigen Lebenszusammenhängen in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt.
  • Bedingt durch die Orientierung an den Determinanten für Gesundheit wurde eine „Health in all Policies“ Strategie erarbeitet.
  • Gesundheitsförderung und Prävention von Anfang an sowie bessere Zusammenarbeit und stärkere Vernetzung in allen Bereichen sind nötig, um der modernen Morbidität zu begegnen.
  • Allein durch die Prozessgestaltung (intersektoral, partizipativ, breit aufgesetzt) und den starken Fokus auf die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen wurde einiges erreicht.
  • An der Umsetzung der Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie wird weiter intersektoral gearbeitet. Jeder kann in seinem Bereich dazu beitragen.
  • Weitere Informationen sowie Unterlagen zur Strategie und zum jährlichen Update finden Sie unter http://www.bmgv.at .

Veronika Wolschlager1, Pädiatrie & Pädologie 6/2012

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