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Gesundheitspolitik 17. Jänner 2013

Ärzte-Dienstzeiten in Wiens Spitälern: Kontrollamt kritisiert System

Turnusärzte sind Leidtragende - "Kronen Zeitung" zitiert aus Bericht, der erst am Freitag veröffentlich wird.

Das Wiener Kontrollamt hat die Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales, deren Chefin Stadträtin Sonja Wehsely (S) ist, unter die Lupe genommen. Morgen, Freitag, werden dazu 20 Prüfberichte veröffentlicht. Darunter befindet sich u.a. eine Untersuchung zu den Ärzte-Dienstzeiten in Wiens Spitälern. Der "Kronen Zeitung" liegt das Ergebnis jedoch bereits heute vor. Demnach soll das Kontrollamt Kritik an einem unfairen System für Mediziner üben, hieß es in einem Bericht am Donnerstag. Leidtragenden seien die Turnusärzte.



Die städtischen Prüfer haben laut "Kronen Zeitung" stichprobenartig die Arbeitszeitregelungen und die damit verbundenen Nachtdienstregelungen des ärztlichen Personals analysiert. Von 1. Februar bis 31. Juli 2011 seien 299 Ärzte in zehn Abteilungen geprüft worden. Das Resultat waren laut "Kronen Zeitung" 283 dokumentierte Überschreitungen von Arbeitszeithöchstgrenzen. Zudem seien 900 Fälle von Unterschreitungen der Wochenruhezeiten nicht erfasst worden.

Unter anderem seien im Donauspital 56 Überschreitungen dokumentiert worden, wobei zwei Drittel Turnusärzte betrafen. "Bemerkenswert erscheint dabei, dass beispielsweise die Arbeitszeit eines Turnusarztes durchschnittlich in jeder dritten Woche des Durchrechnungszeitraums zwischen 74 und 97 Stunden lag", zitiert die Zeitung dabei aus den ihr vorliegenden Unterlagen.

Neben den Ärzte-Arbeitszeiten befasste sich das Kontrollamt auch - auf Ansuchen der Grünen - mit der Versorgungssituation von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen. Weiters wird morgen auch das Ergebnis der von der FPÖ geforderten Prüfung über das Vergabeverfahren für das Pflegewohnhaus Rudolfsheim-Fünfhaus publiziert.

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