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Kein Kinderspiel: 2010 starben täglich sieben Kinder und junge Erwachsene in Verbindung mit Feuerwaffen.
 
Gesundheitspolitik 8. Jänner 2013

Waffen für US-Kinder viel gefährlicher als Krebs

Amerikanische Pädiater appellieren für eine waffenfreie Gesellschaft.

Appell von US-Pädiatern: Wer noch Zweifel an der Gefährlichkeit von Feuerwaffen in der Zivilgesellschaft hat, sollte womöglich die aktuelle Ausgabe der weltweit angesehensten Medizin-Fachzeitschrift der Welt lesen. Laut einer Darstellung von Judith und Sean Palfrey, beide an der Bostoner Kinderklinik tätig, sind die US-Kinder weit mehr durch Feuerwaffen Waffen als durch Krebs gefährdet.



"Prävention ist der Kern der Arbeit der Kinderärzte. Wir wollen unsere Kinder vor allem bewahren, was sie verletzen könnte. Verletzungen sind in den USA die größte Gefahr für Kinder über einem Jahr. Im Jahr 2010 standen 6.570 Todesfälle bei Kindern und jungen Menschen (ein bis 24 Jahre, Anm.) in Verbindung mit Feuerwaffen. Das sind sieben Tote pro Tag", stellten die Experten fest.

Die Zahlen des nationalen US-Zentrums für Krankheitskontrolle (CDC/Atlanta) sprechen eine deutliche Sprache: 2010 gab es knapp 20.000 Todesfälle in den USA, bei denen Ein- bis 24-Jährige durch Unfälle ums Leben kamen. 6.750 weitere Tote waren in Verbindung mit Feuerwaffen zu sehen.

Die Autoren: "Verletzungen durch Feuerwaffen verursachen damit doppelt so viele Todesfälle wie Krebs (die häufigste lebensbedrohende Erkrankung im Kindesalter in der westlichen Welt, Anm.), fünf mal mehr als Herzerkrankungen und fünfzehn mal so viele wie Infektionen." An bösartigen Erkrankungen sterben pro Jahr in den USA etwa 3.000 Kinder und Jugendliche.

Der Zugang zu bzw. der Besitz von Revolvern, Pistolen, Gewehren und den in den USA erlaubten Armeewaffen hat auch Auswirkungen auf die Suizide, so die Fachleute: "Junge Menschen mit Depressionen können Selbstmordversuche machen. Tun sie das mit Medikamenten, ist das in fünf Prozent der Fälle tödlich. Tun sie das mit Feuerwaffen, liegt das Todesrisiko bei 90 Prozent."

Was die US-Kinderärzte verlangen:

  • Verbot von Angriffs- und Armeewaffen
  • Verkleinerung der Magazine und Verringerung der Gefährlichkeit von Munition

Die wohl wichtigste Forderung von Judith und Sean Palfrey von der Kinderklinik in Boston: "Eher statt die Zahl der Waffen in der Öffentlichkeit noch zu erhöhen, wie dies die National Rifle Association jüngst vorgeschlagen hat, sollten wir das Ziel setzen, die Zahl der Feuerwaffen in unseren Heimen und Gemeinden zu reduzieren. (...) Unsere Nation kann den Verlust dieser wertvollen Leben verhindern."

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