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Gesundheitspolitik 12. Jänner 2013

Standpunkte: Gefahrenherd Mobiltelefon?

Ein italienisches Gerichtsurteil lässt die Diskussion um mögliche Strahlenbelastungen durch das Handy auch hierzulande wieder aufleben.

Eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke war auch dieses Jahr wieder das Erst-, Zweit- oder manchmal auch Dritthandy. Die sogenannte „Mobilfunkpenetrationsrate“ – sie berechnet sich aus der Anzahl der aktivierten SIM-Karten dividiert durch die Bevölkerungszahl – hat inzwischen die 150-Prozent-Marke überschritten. Seit Jahren wird über mögliche Gesundheitsfolgen einer langjährigen Exposition gegenüber elektromagnetischen Felder durch exzessive Handynutzung debattiert, etwa bei der Entstehung von Tumoren im Kopfbereich. Beweise dafür gibt es bisher nicht, in Italien wurde aber kürzlich einem Exmanager letztinstanzlich eine berufsbedingte Erkrankung samt Rente wegen einer solchen Exposition zuerkannt. Der Umweltdachverband forderte daraufhin für Österreich Grenzwerte und mehr Konsumenteninformationen. Das österreichische Forum Mobilkommunikation bezweifelt allerdings die Ergebnisse der dem Urteil zugrunde liegenden Studien und zitiert Experten, die von „schwerwiegenden wissenschaftlichen Verfehlungen“ sprechen. Die Mobilfunker wehren sich vehement gegen den Vorwurf, sie würden Gefahren ignorieren bzw. bagatellisieren, sprechen ihrerseits von einem irrationalen „Schüren von Ängsten“ und kontern mit Daten der Statistik Austria, wonach sich seit Beginn des flächendeckenden GSM-Mobilfunks 1995 die Inzidenzrate von Kopftumoren von 9,9 auf 8,7 Fälle pro 100.000 reduziert habe.

Standpunkt 1
Belastungen minimieren
„Anstatt die Bevölkerung zu schützen, werden der Mobilfunkindustrie Privilegien eingeräumt.“ 
Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter Institut für Umwelthygiene, Zentrum für Public Health, MedUni Wien
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Standpunkt 2
Handy-Typenschein
„Handy-Hersteller müssen endlich verpflichtet werden, den SAR-Wert deutlich sichtbar anzugeben.“
Eva Rath, Plattform Mobilfunk-Initiativen
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Standpunkt 3
Zurück zur Vernunft
„Wir alle sind Teil eines globalen Feldversuchs, dessen Resultate erst in 25 Jahren zu erwarten sind.“
Dr. Piero Lercher, Leiter des Referats für Umweltmedizin der Wiener Ärztekammer
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V. Weilguni, Ärzte Woche 1/2/2013

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