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Gesundheitspolitik 4. Jänner 2013

Turnusärzte: Akuter Handlungsbedarf

Laut Ärztekammer droht langfristig der Zusammenbruch des Spitalsbetriebs.

Alarmiert reagierte die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) auf einen Bericht in den "Niederösterreichischen Nachrichten", wonach allein im Landesklinikum Waldviertel acht von 17 Turnusarztstellen nicht mehr nachbesetzt werden können. "Das ist erschreckend", hielt Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, am Freitag in einer Aussendung fest.

 

Unter solchen Bedingungen breche der Spitalsbetrieb über kurz oder lang zusammen, warnte Kornhäusl: "Das Beispiel Niederösterreich ist ja kein Einzelfall. Ähnliche Situationen gibt es auch in anderen Bundesländern." Unattraktive Arbeitsbedingungen würden vermehrt dazu führen, dass junge Ärztinnen und Ärzte nach dem Medizinstudium entweder in anderen Berufen tätig würden. "Oder sie wandern aus, weil die Bedingungen im Ausland besser sind", so Kornhäusl.

Es sei, auch vor dem Hintergrund der erst kürzlich präsentierten Turnusärzte-Evaluierung, an der Zeit, endlich Maßnahmen zu ergreifen und den Turnus zu reformieren. Ansonsten sei mit einem Ärztemangel zu rechnen, der nicht mehr bewältigt werden könne, warnte auch der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte, Harald Mayer: "Wir können es uns nicht leisten, talentierte Medizinerinnen und Mediziner zu verlieren, bloß weil verabsäumt wurde, die Tätigkeit der Turnusärzte aufzuwerten."

Unabdingbar seien neben einer verbesserten Ausbildung die Installation von Administrationsassistenten, um die Turnusärzte von bürokratischen Aufgaben zu entlasten, sowie die Umsetzung des Turnusärzte-Tätigkeitsprofils, forderten Mayer und Kornhäusl abschließend.

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