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Gesundheitspolitik 11. Dezember 2012

EU-Parlament fordert Schritte gegen Antibiotika-Missbrauch

25.000 Tote jährlich durch resistente Erreger.



Das Europaparlament hat Schritte zu einem reduzierten Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin gefordert, um entsprechende Resistenzen wirksamer bekämpfen zu können.

 

"Das Parlament fordert die Einführung eines europäischen Netzwerks nationaler Überwachungssysteme für die Human- und Veterinärmedizin. Wir müssen dringend europäisch zusammenarbeiten und auch bei Importen unsere strengen Maßnahmen anwenden", sagte der deutsche EVP-Gesundheitspolitiker Peter Liese.

Die Entschließung des EU-Parlaments ist rechtlich unverbindlich. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in Europa jährlich rund 25.000 Menschen an resistenten Erregern.

Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach sagte, während in der Humanmedizin eine sorgsamere Verschreibungspraxis gut aufgenommen werde, gebe es noch viele Zweifler in der Tiermedizin und in der Tierhaltung. Kadenbach forderte weiter gehende Schritte. So sei es in Dänemark gelungen binnen eines Jahres den Antibiotika-Einsatz um 40 Prozent in der Veterinärmedizin dadurch zu reduzieren, dass der Verschreibende des Medikaments nicht der Abgebende sein dürfe.

Nach Angaben des ÖVP-Europaabgeordneten Richard Seeber beträgt der jährliche Antibiotika-Verbrauch in Österreich in der Humanmedizin 45 Tonnen und in der Veterinärmedizin etwa 53 Tonnen. Die zusätzlichen Gesundheitskosten durch die Resistenzen würden von der WHO auf mindestens 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

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