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Gesundheitspolitik 10. Dezember 2012

Offener Brief an die Ärztekammer

Dr. Arnold Fragner richtet einen offenen Brief an den Vorstand der Österreichischen Ärztekammer:

 

Engelhartstetten, am 6. Dezember 2012


An
Hrn. Präs. Dr. Artur Wechselberger
Österr.Ärztekammer
Weihburggasse 10-12
1010 WIEN



Betrifft: „Aktionstag 5.12.2012“

S.g. Herr Präsident !

Zunächst gratuliere ich Ihnen und dem gesamten Vorstand der Österreichischen Ärztekammer zum „großartigen Erfolg“ des gestrigen „Aktionstages“.

Sie haben es tatsächlich geschafft, nicht nur die Politik, sondern mit Ihrer Kettensägen-Strategie (siehe diverse „Karikaturen“) auch sämtliche Medien und unsere Patienten gegen die Ärzteschaft aufzubringen. Und das aus völlig nebulosem Grund !

Wer der völlig zu Recht auf eine längst fällige Reform im Gesundheitswesen Österreichs hoffenden Bevölkerung mit der Brechstange erklären will, dass wir Ärzt/innen nach jahrzehntelangen Forderungen, die Finanzierungsströme zu vereinheitlichen und in sinnvoller Weise die Gesundheitsleistungen hin zum „niedergelassenen Bereich“ zu verlagern, angeblich plötzlich wieder dagegen sind, hat sich selbst disqualifiziert ! - Besonders, jetzt, da hoffentlich endlich auch die verantwortliche Politik auf die seit langem bekannten Vorschläge einschlägiger Experten entsprechend zu reagieren scheint.
Ihr Selbstverständnis als offenbar wild gewordene Funktionärskaste heiligt wirklich nicht die Mittel !

Ich bin seit mehr als 25 Jahren als Hausarzt in meiner Landarzt-Praxis tätig. Ich habe in dieser Zeit wahrlich viel erlebt, nicht nur mit meinen Patient/Innen, auch als (ehemaliger) Ärztevertreter in meinem Bundesland. Eines war in all diesen Jahren für mich immer ausschlaggebend, egal in welcher Tätigkeit: Das Vertrauen jener, die mir dieses schenken, niemals zu missbrauchen.

Ich verbitte ich mir daher, dass die Österreichische Ärztekammer auf solch grobe Art und Weise das Vertrauen, das wir zu Recht in der Bevölkerung genießen, nachhaltig beschädigt !
Oder deutlicher: Was Sie und Ihre Funktionärs-Claque hier tun, ist Rufschädigung an der Ärzteschaft !

Genau aus diesem Grund werde ich jedenfalls bestimmt NICHT bereit stehen, wenn Sie zur Generalmobilisierung - gegen was eigentlich ? - aufrufen.
Und mit mir viele andere Ärzt/Innen auch. Dessen bin ich mir ganz sicher !

Und ich verbitte mir auch ein für allemal, dass meine Monat für Monat zwangsläufig einbehaltenen Ärztekammerbeiträge für solch groteske Aktionen missbraucht werden.


Mit unkollegialem Gruß

Dr. med.univ. Arnold Fragner
Engelhartstetten

 

Der offene Brief (28 KB)

Fragner A., springermedizin.at

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