zur Navigation zum Inhalt
Dr. Michael Häupl, Wiener Bürgermeister.
 
Gesundheitspolitik 4. Dezember 2012

Verschwundenes AKH: Häupl rügt Ärztekammer

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) schätzt es nicht, wenn das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) verschwindet - und sei es nur in Tageszeitungs-Inseraten.

Häupl hat die Ärztekammer kritisiert, die mit verschiedenen Sujets gegen die Gesundheitsreform mobil macht. Unter anderem werden Vorher-Nachher-Bilder verbreitet, in denen das AKH fehlt. "Es ist keine große Hilfe, wenn man mit Polemik gegen sehr fundierte Pläne vorgeht", befand Häupl bei der Grundsteinlegung für einen Neubau im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital.

 

Er finde Suchbilder prinzipiell lustig, gestand das Stadtoberhaupt. Das gelte jedoch nicht für die Bilder der Kampagne. Wenn man suggeriere, dass das AKH eingespart werde, entspreche das nicht seinem Bild von einem ethischen Handeln, betonte Häupl. Er habe zwar nichts gegen Schmäh, aber "nur vom Schmäh kann man auch nicht leben".

Informationstag der Ärztekammer

Häupl äußerte seine Kritik unmittelbar vor dem "Informationstag", den die Ärztekammer heute Mittwoc in ganz Österreich abhält. In Wien etwa werden Inserate in Form von Suchbildrätseln geschaltet. Auf diesen wird dargestellt, was es aufgrund von Einsparungen nicht mehr geben könnte - neben Spitälern wird auch das Verschwinden von Rettungsautos, Infusionen oder Röntgengeräten dargestellt.

Grundsteinlegung

Häupl nahm am Dienstag an der Grundsteinlegung für das Mutter-Kind-Zentrum im Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) in Favoriten teil. In dem Gebäude werden Einrichtungen zu finden sein, die einst im Preyer'sches Kinderspital untergebracht waren. Dieses wurde im Zuge des "Spitalskonzepts 2030" als eigene Krankenanstalt aufgelassen. Das neue Haus wird auch das OP-Zentrum der KFJ beherbergen.

Laut Häupl stellt das Konzept, das unter anderem die Konzentration von Standorten und den Bau des Krankenhauses Nord vorsieht, einen "Gesamtplan für die Gestaltung des Spitalswesens im 21. Jahrhundert" dar. "Da kann man nicht von Sparen reden", verwies er auf die dafür nötigen Investitionen.

Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) ging in ihrer Rede sowohl auf das neue Mutter-Kind-Zentrum als auch auf die aktuelle Debatte um die Gesundheitsreform ein. Die gemeinsame Steuerung des Gesundheitssystems sei notwendig - auch damit man mit einem kranken Kind nicht immer gleich ins Spital fahren müsse, sondern damit künftig auch am Wochenende ein niedergelassener Arzt zur Verfügung stehe. Zustimmendes Raunen unter den anwesenden Spitalsärzten war die Folge.

Auch sie verzichtete nicht auf Kritik an der Ärztekammer - ohne diese namentlich zu erwähnen. Die Patienten, so warnte sie, würden in Geiselhaft genommen und verunsichert.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben