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Gesundheitspolitik 7. Dezember 2012

Alkoholprävention falsch verstanden?

Neue Produkte sollen den Kater nach zuviel Alkoholgenuss verhindern. Mediziner finden das bedenklich.

Vor Kurzem lancierte ein junges heimisches Start-up-Unternehmen einen innovativen „Life Style Shot“. Das Motto für das Produkt: „Nie mehr Kater!“ Durch die Einnahme des Getränks sollen laut Werbetext die „Gesetze des Alkohols völlig auf den Kopf gestellt“ werden. Das Angebot von NOHO, der Produktname setzt sich aus dem englischen No HangOver zusammen, richtet sich in erster Linie an „aktive Leute, die mitten im Leben stehen und Spaß an einem dynamischen Lifestyle haben“. Die Vertreiber weisen zwar dezidiert darauf hin, dass ihr Produkt keinen Einfluss auf den Grad der Alkoholisierung hat und der Alkohol dadurch auch nicht schneller abgebaut wird, gleichzeitig schreiben sie aber auch von einem „absoluten Muss in Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol“. In letzter Zeit ist ein vermehrtes Auftreten solcher „Lifestyle-Produkte“ – egal ob in Form von Getränken oder Pillen – zu beobachten, die allesamt damit werben, Neben- oder Nachwirkungen von Alkoholkonsum zu bekämpfen.

Ein anderes Beispiel ist K.U.R.T., das behauptet: „Eine Kapsel davor kann Kummer danach ersparen“ und sich an all jene richtet, die „Alkohol genießen wollen, jedoch beim ersten Cocktail oder Prosecco scheitern.“

Sind solche Werbesprüche vor dem Hintergrund an sich schon besorgniserregender Zahlen gefährlich – Österreichs Erwachsene und mehr noch Jugendliche liegen beim Missbrauch von Alkohol seit Jahren im europäischen Spitzenfeld – oder muss eine wirksame Prävention ohnehin ganz woanders ansetzen?

Verena_Thiem_2   Musalek_Michael fischer 

Standpunkt 1
Die Verantwortung bleibt
„NOHO unterstützt den Körper und belastet ihn nicht zusätzlich durch Nebenwirkungen von Medikamenten.“
MMag.a Dr. Verena Thiem Geschäftsführerin von NOHO Austria
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Standpunkt 2
Schützende Warnsignale
„Jedes Angebot, das Nebenwirkungen des Alkoholkonsums zu verhindern verspricht, erhöht sein Gefährdungspotenzial.“
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Standpunkt 3
Kater ist nicht das Problem
„Ein flockiger Lifestyle wird der Jugend vorgelebt. Dabei werden die Gefahren des Alkoholkonsums.
elegant ausgeblendet.“
Dr. Felix Fischer Emeritierter Leiter der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg Linz
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V. Weilgun, Ärzte Woche 49/2012

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