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Noch zu wenige Ärzte und Patienten arbeiten mit dem Disease Management Programm Therapie aktiv.
 
Gesundheitspolitik 13. November 2012

Welt-Diabetes-Tag 2012: 32.000 Patienten sind "Therapie Aktiv"

Die Zahl der Diabetikerinnen und Diabetiker, die "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" in Anspruch nehmen, ist in den vergangenen Jahren zwar laufend gestiegen, aber noch immer nicht hoch genug.

Weltweit ist die Gesundheit von chronischen Krankheiten wie Diabetes, COPD oder Herz-Kreislauferkrankungen bedroht. Derzeit gibt es in Österreich nach vorsichtigen Schätzungen rund 400.000 DiabetikerInnen. Die Hauptursache von Diabetes sind Lebensstilfaktoren. Ausgelöst wird die Krankheit häufig durch falsche Ernährung, zu wenig Bewegung sowie Tabakkonsum. Die Strategie der Sozialversicherung orientiert sich an zwei Zielen.

 

Einerseits muss der Trend der steigenden Neuerkrankungsrate gebrochen werden und andererseits ist eine kontinuierliche langfristige und strukturierte Behandlung bei bestehender Krankheit notwendig. Aus diesem Grund hat die Sozialversicherung im Jahr 2007 das Langzeit-Betreuungsprogramm "Therapie Aktiv-Diabetes im Griff" ins Leben gerufen, welches mittlerweile mit Ausnahme der Bundesländer Tirol, Kärnten und dem Burgenland, in allen Bundesländern angeboten wird.

Die Zahl der Diabetikerinnen und Diabetiker, die "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" in Anspruch nehmen, ist in den vergangenen Jahren zwar laufend gestiegen, aber noch immer nicht hoch genug. "Wir verzeichnen bereits über 32.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nachhaltig durch das Programm profitieren. Das erklärte Ziel der Sozialversicherung ist es aber, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Teilnehmer deutlich auf rund 170.000 zu erhöhen", resumiert der stv. Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungen, Dr. Josef Probst. "Wir laden alle betroffenen Personen dazu ein, eine bessere Versorgung durch das Programm "Therapie Aktiv" in Anspruch zu nehmen. Querschüsse, wie die zuletzt erfolgte Kündigung durch die NÖ. Ärztekammer sind da nicht hilfreich".

Welche Vorteile bringt Patienten und Patientinnen die Teilnahme an "Therapie Aktiv"?

Ziel ist es bei den betroffenen Patienten Folgeerkrankungen zu vermeiden und eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Im Rahmen des Programms ist die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten sehr erfolgreich. Mit Hilfe von individuellen Zielvereinbarungen werden die Diabetiker vermehrt in die Therapie eingebunden. Die Betroffenen haben dadurch mehr Motivation einen gesünderen Lebensstil umzusetzen. Das Programm stärkt die Gesundheitskompetenz in zweierlei Hinsicht: es fördert das Wissen über die Krankheit bei den Patienten und erhöht die Verständlichkeit des Gesundheitssystems durch nachvollziehbare Abläufe. Die Behandlung ist nicht auf eine kurz-Intervention ausgerichtet sondern darauf, den Patienten über einen längeren Zeitraum strukturiert zu begleiten. Der DMP-Arzt ist dabei die zentrale Ansprechperson und koordiniert die Betreuung. "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" steht den Typ2 Diabetikern kostenlos zur Verfügung.

Wie läuft das Programm "Therapie Aktiv" konkret ab?

Nach der Anmeldung für das Programm, die für alle Patientinnen und Patienten kostenlos und freiwillig ist, führt die "Therapie Aktiv"-Ärztin bzw. Arzt eine ausführliche Erstuntersuchung durch. Danach werden gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt persönliche Ziele festgelegt, die nach den regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen neu angepasst werden. Schwerpunkte sind eine gesündere Ernährung, ausreichend Bewegung und ein möglichst geringer Tabakkonsum - mit diesen Maßnahmen kann der Verlauf der Erkrankung auch ohne Medikamente positiv beeinflusst werden. Die Senkung des HbA1c-Wertes sowie des Blutdruckes sind zur Vermeidung bzw. zum Hinauszögern von schwerwiegenden Folge- und Begleiterkrankungen besonders wichtig. Folgeerkrankungen sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung oder ein diabetischer Fuß. Zudem schauen "Therapie Aktiv" Ärztinnen und Ärzte darauf, dass alle notwendigen Kontrolluntersuchungen zeitgerecht und regelmäßig durchgeführt werden, um im Bedarfsfall rasch eine Behandlung beginnen zu können.

Wer bietet Therapie-Aktiv an?

Auf der "Therapie Aktiv"- Homepage (http://diabetes.therapie-aktiv.at ) finden sich nicht nur Informationen über das Programm, sondern auch eine Liste der Ärztinnen und Ärzte die das Programm anbieten. Derzeit wird das Programm von rund 1.000 niedergelassenen Allgemein-Medizinern und Internisten angeboten. Hausärzte nehmen eine zentrale Rolle in der Diabetikerbetreuung ein. DMP-Ärzte sind speziell ausgebildete Ärzte, die sich bereit erklärt haben, sich dem Thema Diabetes mit besonderer Aufmerksamkeit zu widmen.

Dank an DMP-ÄrztInnen

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Disease Management Programm-Ärztinnen und -Ärzten für ihren Einsatz besonders bedanken. "Jene Ärztinnen und Ärzte, die noch nicht überzeugt sind, laden wir herzlich dazu ein, sich über das Programm zu informieren - entweder bei der Sozialversicherung oder bei den Kolleginnen und Kollegen die schon mit "Therapie Aktiv" arbeiten. PatientenInnen können Therapie Aktiv nur dann in Anspruch nehmen, wenn genügend Ärzte diese Möglichkeit anbieten. Bislang sind das leider nur rund 20 Prozent der niedergelassenen Vertragsärzte", so Probst.

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