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Gesundheitspolitik 15. November 2012

Standpunkte: Weniger Unfälle, höhere Belastungen

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat den Fehlzeitenreport 2011 präsentiert. Die psychischen Erkrankungen sind weiter am Vormarsch.

Österreichs Arbeitnehmer waren 2011 durchschnittlich 13,2 Tage im Krankenstand, 2010 waren es 12,9 Tage. In den Zeiten vor der Krise waren die entsprechenden Werte noch deutlich höher gewesen, 1980 waren es noch 17,4 Tage. Weitere wesentliche Erkenntnisse des vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) im Auftrag des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger erstellten Reports sind: Frauen sind häufiger krank als Männer, öffentlich Bedienstete bleiben der Arbeit öfter fern als Arbeiter und Angestellte und Zufriedenheit mit dem Chef hält gesund. Geändert hat sich über die Jahre das Bild der Krankenstände. Während Arbeitsunfälle deutlich zurückgehen, steigt der Anteil der Atemwegserkrankungen. 2011 ging jeder fünfte Krankenstandstag auf diese Diagnose zurück. Geprägt ist die Statistik von Krankheiten des Skeletts, der Muskeln, des Bindegewebes und der oberen Atemwege, die zusammen knapp 40 Prozent aller Krankenstandstage ausmachen. Vor allem aber psychische Erkrankungen sind weiter rasant im Ansteigen. Schwerpunktthema des diesjährigen Reports waren die Auswirkungen der Arbeitsplatzbedingungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer. Das WIFO ortet dabei einen wesentlichen Einfluss des Führungsverhaltens der Vorgesetzten auf das Krankheitsverhalten der Arbeitnehmer. Die Ergebnisse korrelieren auch mit jenen europäischer Untersuchungen, wonach etwa Mitarbeiter, die über die Qualität der Führung im Unternehmen negativ urteilen, im Jahr etwa 2,5 Tage mehr im Krankenstand sind als jene, die sehr gute Führungskräfte haben.

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Standpunkt 1
Dringender Handlungsbedarf
"Es braucht Verbesserungen im individuellen Gesundheitsverhalten und strukturelle betriebliche Veränderungen.
Mag.a Christine Mayrhuber Ökonomin am WIFO, Forschungsbereich Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit
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Standpunkt 2
Arbeit darf nicht krankmachen
"Die Arbeitsmedizin muss sich als präventive Fachdisziplin und kompetenter Partner für Betriebe positionieren".
Dr. Christine Klien Präsidentin der Gesellschaft für Arbeitsmedizin, ärztliche Leiterin des Arbeitsmedizinischen Zentrums Vorarlberg
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Standpunkt 3
Freizeitunfälle: negativer Trend
"Der Anstieg bei Freizeitunfällen ist unerfreulich und verursacht für die Unternehmen erhebliche Kosten".
Mag. Christoph Neumayer Generalsekretär der Vereinigung der Österreichischen Industrie
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V. Weilguni, Ärzte Woche 46/2012

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